Freitag, 18. Dezember 2015

Tja, wo fängt man an nach so langer Zeit....oder die verspätete Verabschiedung.

 
 
Psst....  Ha-hallo?
Haaaaalloooo!....lo!...lo....lo........lo........  Boah, ganz schön leer hier. Und staubig isses.....*seufz*
 
Kann sich noch jemand an mich erinnern?
Ich weiß ich weiß... hab mich jetzt seeehr lange nicht blicken lassen, falls mich jemand vermisst haben sollte (hätte ja evtl. sein können), aber .....äh.....was soll ich lange drumherum reden:
 
Ich hatte einfach keine Lust mehr.
Einfach so.
 
So ungefähr wie in der Szene bei Forrest Gump, wo er mit seinen "Anhängern" quer durch's ganze Land läuft und mitten auf der Straße, im Monument Valley, plötzlich anhält und sagt :
"Ich bin müde...sehr sogar. Ich glaub ich geh wieder nach Hause."
Und alle so: "HÄH?"
 
Tja, kann passieren sowas.
 
Ich hätte natürlich was schreiben und mich vernünftig verabschieden können und hätte......jaaa jaaa, "hätte hätte Fahrradkette"
Ich dachte, vielleicht hab ich ja nochmal Lust zwischendurch , aber nööp. Nix. Nada.
 
Habe mich auf meinen türkischen Blog konzentriert und Lust darauf gekriegt, diesen Blog nochmal wiederzubeleben. Da er noch nicht so richtig tot war, waren die Wiederbelebungsversuche somit erfolgreich und ich hab' da nochmal so richtig aufgemischt.
Und da ich beiden Blogs gleichzeitig einfach nicht gerecht werden kann, musste ich mich für eine entscheiden und ich habe mich diesmal für den Türkischen entschieden.... (komm' mir gerade vor wie Rea Garvey bei The Voice of Germany)
 
Falls ich auch davon irgendwann mal die Schnauze voll haben sollte, komme ich vielleicht wieder hierher zurück. Mal sehen was die Zeit  und das Leben alles so bringt. Ich sach oft zu meinem Leben "ey, datt kannse do nich' bringen hömma!"  Aber nee...es macht was es will. Wer kennt's nich',  ne?
 
Ansonsten geht's mir gut, alles ok soweit. Hoffe euch allen geht's auch gut. Ab und an schaue ich bei euch vorbei, gucke mal  was so los ist in der germanischen Bloggerwelt...
 
Die nächsten 2 Wochen werden wir in der Türkei bei der Family sein und deshalb wollte ich vorher kurz vorbeischauen und allen noch was wünschen.
 
Also ihr Lieben.... habt ein wunderschönes Weihnachtsfest und kommt gut ins neue Jahr!
 
Ich bedanke mich nochmals herzlich bei euch für die (für mich) tolle, unterhaltsame und interessante Zeit. Vielleicht bis irgendwann mal...
 
Lasst es euch gut gehen...und trinkt nicht zu viel Glühwein, hört ihr?
Tschüss und Hoscakalin!:)
 
 
 
Ach, aber vorher euch allen noch ein schönes Wochenende...mit wem auch immer!:)
 
 
 
 

Freitag, 11. September 2015

Me, myself and I.... oder: Das große Treffen


(Rechts oben: Ich mit 19, rechts unten: Mit 24, links: Mit 35 Jahren)







Einer meiner Lieblingsgedichte in letzter Zeit... 

(Kleine Zusatzinfo vorweg: Im Türkischen gibt es einen Spruch, das heißt "Ömür dedigin 3 gündür", bedeutet "Das sogenannte Leben besteht aus  (nur) 3 Tagen". Soll im poetischen und philosophischen Sinne ausdrücken, wie kurz das Leben doch eigentlich ist)

Zuerst die türkische Originalversion:




ÖMÜR  DEDIGIN


"Şunlari bir araya toplayayim.
Bir güzel muhabbet edelim" diye düsündüm.
Mutfak isinden de anlarim.
Donattim sofrayi.
Bayagi ugrastim.
Hepsinin, ayri ayri ne yemekten, ne içmekten hoslandigini iyi bilirim.
Bayagi da para gitti.
Birinin yedigini öbürü yemez.
Ötekinin içtigini beriki içmez.
Dört kisilik sofra kurdum.
Mumlari da yaktim.
Bak hepsi, Erik Satie severdi. Hatirladim.
Müzigi de ayarladim. Geldiler.
20 yasinda ben, 35 yasimda ben, 40 yasimda ben ve bugünkü ben dördümüz.
Birden yirmi yasimi, otuz bes yasimin karsisina oturttum.
Kirk yasimin karsisina da ben geçtim.
Yirmi yasim, otuz bes yasimi tutucu buldu.
Kirk yasim ikisinin de salak oldugunu söyledi.
Yatistirayim dedim.
“Sen karisma moruk” dediler. Büyük hir çikti.
Komsular alttan üstten duvarlara vurdular.
Yirmi yasim kirk yasima bardak atti.
Evin de içine ettiler. Bende kabahat.
Ne çagiriyorsun tanimadigin adamlari evine...


Ömür dedigin üç gündür,dün geldi geçti yarin meçhuldür, O halde ömür
dedigin bir gündür,o da bugündür..







DAS  SOGENANNTE  LEBEN


Ich dachte mir: "Ich lade sie alle ein 
und wir unterhalten uns mal so richtig."
Vom Kochen verstehe ich ja was.
Habe den Tisch gedeckt.
Gab mir richtig Mühe.
Von jedem Einzelnen weiß ich genau, was er gerne isst und trinkt.
Habe einiges ausgegeben.
Was der Eine isst, isst der Andere nicht.
Was der Eine trinkt, trinkt der Andere nicht.
Habe einen Tisch für 4 Personen gedeckt.
Und die Kerzen angezündet.
Alle mochten Erik Satie. Daran erinnerte ich mich.
Habe die Musik  vorbereitet.  Da waren sie:
Ich, mit 20. Ich, mit 35. Ich, mit 40 und mein jetziges Ich, wir vier.
Plötzlich habe ich meinen Zwanzigjährigen, meinem Fünfunddreißigjährigen gegenüber gesetzt.
Meinem Vierzigjährigen saß ich gegenüber.
Mein Zwanzigjähriger fand meinen Fünfunddreißigjährigen konservativ.
Mein Vierzigjähriger sagte, sie seien beide Idioten.
Ich versuchte zu schlichten.
"Halt du dich da raus, Alter!" sagten sie. Es gab großen Krach.
Die Nachbarn klopften von unten und von oben an die Wände.
Mein Zwanzigjähriger warf mit einem Glas nach meinem Vierzigjährigen.
Die Wohnung haben sie verwüstet. Meine Schuld.
Warum lädst du  auch Leute in deine Wohnung ein, die du nicht kennst...

Das sogenannte Leben hat nur 3 Tage ; gestern ist vorbei, morgen ist ungewiss.
Somit ist das sogenannte Leben ein einziger Tag, und das ist heute.


(Ali Poyrazoglu, Theaterautor, Schauspieler, Regisseur)




In dem Sinne, Carpe Diem.... ;)


Samstag, 29. August 2015

Wie man neue Patienten/Kunden verliert, bevor sie erst kommen

 
 
Liebe Praxen, bitte NICHT nachmachen!
 
Denn was mir letztens  passiert ist, gehört definitiv nicht zur Rubrik "Patientenzufriedenheit"
 
Nachdem ich einige Zeit nach  vertrauenswürdigen und seriösen Praxen gesucht habe, die auch Hypnosebehandlungen durchführen (frag nich. Dazu schreibe ich evtl. später mal. Vielleicht.), meinte ich endlich fündig geworden zu sein. Nach langem Stöbern in deren Webseite, füllte ich schließlich das Kontaktformular aus, zwecks Terminvereinbarung.
 
Damit nahm der Wahnsinn dann seinen Lauf...
 
Es gab noch einige freie Termine , die man sich  aussuchen konnte und dabei stand, welcher Therapeut dann zur Verfügung stehen würde. Ich suchte mir einen Termin aus, sah, dass man zum Schluss unter "Ihre Nachricht und sonstige Wünsche" noch was schreiben konnte, nutze es aber nicht, da ich eben (noch) nichts anderes mittzuteilen hatte. Ich hatte alles wichtige schon angegeben/angeklickt.
 
Als ich neben meiner Mailadresse auch meine Telefonnummer angeben musste, dachte ich nur flüchtig daran  ihnen mitzuteilen, dass ich diese Woche Nachtdienst habe und deswegen vormittags schlafen würde, somit nur nachmittags erreichbar.
Dachte mir aber: "Ach, die werden schon nicht anrufen...und wenn, dann sollen sie es halt später wieder versuchen, 'ne  mail schicken, oder ich rufe zurück  wenn ich wieder wach bin.
 
Als ich am  Nachmittag aufgestanden war, sah ich auf meinem Handy, dass sie mich doch angerufen hatten, am Vormittag. Ist ja ok. Können ja nicht riechen, dass ich nicht zu erreichen war. Eine mail hatten sie auch geschickt. Sie wurde geschrieben von einer Frau Müller (Namen sind natürlich von mir geändert) . Sie schrieb, dass der Therapeut den ich gewählt hatte, nicht für mein Anliegen zur Verfügung stehe, dies aber  auf der Seite nicht zu entnehmen sei (vielleicht sollten sie das mal ändern??? nur so 'ne Idee von mir)
 
Ok. Ich rief also sofort zurück und der Herr Anrufbeantworter sagte mir, dass ich meine Telefonnummer  hinterlassen solle und man mich zurückrufen werde.
Mach ich doch gerne! Gesagt, getan. Gewartet, den ganzen Tag. Nix. Kein Rückruf.
 
Ich also in der Nacht wieder  das Kontaktformular mit den Terminen ausgefüllt und einen neuen Termin ausgesucht (wie von ihnen gewünscht) und abgeschickt.
Diesmal aber MIT einer Nachricht, in dem ich bemerkte, dass ich vormittags nicht zu erreichen sei, man mich doch bitte -wenn wieder nötig- erst ab 16  Uhr anrufen solle.
 
Vom Nachtdienst wieder nach Hause angekommen  - hingelegt  -  am Nachmittag aufgestanden und was gesehen? Riiischtiiiisch: Man hatte mich wieder am Vormittag angerufen. Warum sollte man denn auch die Nachricht vom Patienten beachten, nicht wahr?
 
Und das gleiche Spielchen begann von vorne: Ich wieder angerufen - wieder Anrufbeantworter - wieder gleiche Ansage - wieder kein Rückruf.
Wenn's nicht genervt hätte, hätte man sich dran gewöhnen können.
 
Ich den ganzen Tag gewartet, da angegeben war, dass man auch noch nach Praxisschluss anrufen würde. Aber es kam nix.
 
Ich wieder am späten Abend eine mail geschickt, und zwar folgende :
 
 
 
 
Guten Tag Frau  Müller,        

nach meiner ersten Terminanfrage vom 26.08.2015 , 06:02 Uhr, hatten Sie (oder war es jemand anders?) mich  um 09:33 angerufen. Ich konnte diesen Anruf aber leider nicht entgegen nehmen, da ich Nachtdienst  hatte und zu der Zeit geschlafen habe.
Am Nachmittag, als ich aus Ihrer mail entnahm, dass es mit dem von mir gewünschten Termin nicht klappen würde (Herr Schmidt sei für mein Anliegen nicht verfügbar), rief ich Sie an. Der Anruf konnte nicht entgegengenommen werden, aber die Stimme auf dem Anrufbeantworter versicherte mir, mich zurückzurufen, was aber nicht geschah.
Somit schickte ich am 27.08.2015, 00:26 Uhr, eine erneute Terminanfrage, mit einem anderen freien Termin. Da ich einen evtl.  erneuten Anruf von Ihnen am Vormittag vermeiden wollte, schrieb ich diesmal in das Kontaktformular , unter "Ihre Nachricht und sonstige Wünsche", u.a. folgendes:  

" [...] Falls Sie mich telefonisch erreichen möchten, bitte ich Sie, mich erst am Nachmittag anzurufen (ab 16 Uhr), da ich Nachtdienst habe und vormittags schlafe.
Mit freundlichem Gruß
Fr. Aysenputtel "

Trotz dieser Nachricht, haben Sie  mich am 27.08.2015, um 09:40 Uhr, erneut angerufen (warum soll  man bei Ihnen eine Nachricht/einen Wunsch schreiben, wenn sie doch keiner beachtet?) Es ist mir ein Rätsel.

Am gleichen Nachmittag, habe ich Sie dann wieder versucht zu erreichen, aber das Gleiche passierte. Nämlich nichts. Kein Rückruf, obwohl ich meine Nummer  hinterlassen hatte.

Hiermit möchte ich den Termin am 14.09.2015 , 13:30 absagen.
Wirklich schade, wie Sie mit Patienten, die sich  eifrig um eine Terminvereinbarung bemühen, umgehen.

 
Mit freundlichen , aber enttäuschten Grüßen
Fr. Aysenputtel
 
 
 
 
Folgende mail  kam als Antwort. Diesmal vom CHEF höchstpersönlich, bei dem ich auch die Sitzung haben sollte. Ich kopiere direkt. Und jetzt mal Achtung! :
 
 
 
Hallo Frau Aysemtumpel   (der hat TAT-SÄCHLICH  und ohne Übertreibung , meinen Namen total falsch geschrieben und verunstaltet!)

   
schade (hier ein Komma bitte!) das (dass, nicht "das" ) Sie uns nicht so schnell erreicht haben. Unsere (Telefon-)Zentrale ist in der Regel Montags bis Donnerstags jeweils von 09:00 Uhr bis 13:00 Uhr und Freitags von 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr besetzt (in dieser Zeit hatte ich ja auch angerufen) . Siehe hier: (Link d. Website)   In diesen Zeiten rufen wir Sie dann auch in der Regel innerhalb 24h zurück, was wir ja auch getan haben (Häh, wann denn??) . Heute Nachmittag ist unsere Zentrale wieder belegt (Komma bitte)  so das (-möööp!- schon wieder falsch: Sodass oder so dass bitte. Sach ma...muss ich euch als Türkin eigentlich alles beibringen, hömma??)  wir Sie heute ab 16:00 Uhr ihrem Wunsch entsprechend angerufen hätten (achso). Ansonsten sind unsere Therapeuten in Sitzungen, weshalb Sie ja nicht telefonieren können (ach was). Dafür haben wir unsere medizinischen Angestellten in festen Zeiten. Wegen der zeitweise enorm vielen Anfragen, kann es mal zu leichten Verzögerungen oder auch Missverständnissen kommen und wir bitten dies zu Entschuldigen (entschuldigen klaaa-heeein!). Gerne rufen wir Sie aber heute Nachmittag ab 16:00 Uhr doch nochmal an und wir würden uns freuen (Komma) wenn wir Sie zu ihrem Termin dennoch begrüssen dürfen (begrüßen, nicht "begrüssen" *augenverdreh*)

Wünsche ihnen (äh.....ach komm, ich geb's auf)  noch ein schönes  sonniges Wochenende!

Schönen Gruß

Hr. Meier
 
 
 
Ich meine , ich bin ja überhaupt kein Mensch, der auf solche Fehler achtet bei jemandem . Davon hab' ich selbst zur Genüge. Aber in so einem Fall erwarte ich von einem studierten Menschen, der so einige Qualifikationen besitzt und mich behandeln soll, dass er wenigstens nicht so eine mail schickt, oder wenigstens in der Lage ist, meinen Namen richtig abzuschreiben.
 
 
Meine (letzte) Antwort:
 
 
 

Hallo Herr Meier,

ich glaube, trotz meiner ausführlichen Erklärung, haben Sie leider immer noch nicht ganz verstanden, worüber ich mich  hauptsächlich aufgeregt habe.
Es ging u.a. darum, dass Sie mich, trotzdem ich ausdrücklich darum gebeten hatte es nicht zu tun, mich nochmals am Vormittag angerufen haben, statt wie gewünscht am Nachmittag.

Was ich aber schon fast unverschämt von Ihnen finde ist folgendes:

Ich heiße nicht "Aysemtumpel", sondern Aysenputtel. Aus  meiner mail kann man es sogar zwei mal entnehmen. Wenn man natürlich  aufmerksam lesen würde.... egal. Bitte rufen Sie mich bloß nicht mehr an. Ich werde den Termin ganz bestimmt nicht wieder aufnehmen.

Einen schönen Tag noch.

Fr. AYSENPUTTEL (diesmal sogar in Großschrift)
 
 
 
Danach kam nix mehr.
 
 
Ich glaub', die hypnotisieren sich da gegenseitig das Hirn weg. Nochmal Glück gehabt.




 
 

Freitag, 14. August 2015

Apropos Urlaub... (Teil 2)


So still hier? Noch alle im Urlaub oder was? Gut, ich mach mal weiter.



Da war ich also bei meinen Eltern angekommen.

 
 
Der Garten im hinteren Teil des Hauses...

Meine Mama ist 77 , aber immer noch so aktiv und fit für ihre Verhältnisse.  Macht alles im und am Haus/Garten noch selber.. ich bewundere sie so für ihre fleißiges Gemüt.
Hier gräbt sie wieder irgendwas aus'm Garten aus...
 
 
 
 

In diesem Steinofenhäuschen backt sie immer ihr Brot selber...
 
 

...und Vattern ist hier auch ab und an aktiv. Hier hat er für uns gegrillt.
 
 

Viel Grün und Gewässer in der Gegend...
 
 
 
Das ist unsere Alm.

Diese Almhütten bauen die Leute selbst und leben im Sommer hier. Haben ihre Schafe und Ziegen, machen ihre Butter, ihren Käse und ihren Joghurt selbst, verkaufen es und halten sich damit übers Wasser..

So sieht es in den Hütten aus. Als Kind fand ich's immer so aufregend hier zu sein, bin immer noch gerne dort, wenn ich im Dorf bin.
 


 
 
 
Da die Almluft viel frischer ist als unten in den Dörfern und Tälern, gibt es hier Anfang August noch Mirabellen und Kirschen...

 
 
 
 
 
 
So...nun kommen wir zu einem ganz anderen Thema. Einem nicht so schönen...
Leider gibt es in der Türkei so extrem viele Straßenhunde und viele andere Tiere, die frei herumlaufen, hungern müssen, von Autos angefahren, verletzt und verwahrlost sind.
Viele werden sogar leider gequält...und/oder behandelt wie Aussätzige.
 
Einer davon ist dieser arme Kerl.
Eines morgens hat ihn meine Mutter bei uns am Haus, hinter der Garage gefunden. Meine Mutter hat bis jetzt sehr sehr viele dieser Tiere gepflegt und aufgepäppelt in all den vielen Jahren. Sie kümmert sich ganz besonders gerne um solche, weil sie sehr viel Mitleid mit ihnen hat (das hat sie generell mit allen Lebenwesen)
Dieser Hund schien verletzt zu sein, konnte relativ schwer laufen, hinkte mit einem Bein. Es sah aus, als wäre er von einem Auto angefahren, hatte überall Schürfwunden, Hämatome und verkrustete Blutflecken. Und Hunger hatte er! Meine Mutter hat ihn gefüttert und ihm Wasser gegeben..er wurde gar nicht mehr satt, erzählte sie. Er bekam 3 mal ganz viel Nachschlag.
 

 
Danach verschwand er plötzlich wieder, so wie er aufgetaucht war.
Am nächsten Tag sah sie ihn am Dorfrand zufällig wieder. Sie hielt an und schaute nach ihm. Er kam langsam und vorsichtig auf sie zu, ganz in ihre Nähe, als wenn er sagen wollte: "Hey..du bist doch die Frau , die lieb zu mir war"
Meine Mutter ging auch auf ihn zu und sagte: "Na? Warum bist du denn so schnell wieder verschwunden, ich hab nach dir gesucht und wollte dir noch weiterhin helfen.." Sie wollte ihn vorsichtig streicheln, als ein Mann in der Nähe rief: "Nicht anfassen, der ist krank! Der hat bestimmt was ansteckendes!"
Meine Mama so:"Der ist nicht krank, ich kenne ihn. Der ist nur verletzt und braucht Hilfe!"
 
Er ließ sich ab da immer mal wieder am Haus blicken, immer an der gleichen Stelle. Er bellte nicht, gab kein Mucks von sich. Wenn ihn meine Mutter zufällig entdeckte war gut, und er fraß alles auf was meine Mutter ihm gab und verschwand später wieder. Wenn nicht, dann schlich er sich heimlich wieder weg (manchmal sahen wir ihn wieder weggehen) ...er war niemals aufdringlich. Als ich es später selbst beobachtete, zerriss es mir fast das Herz, was für ein bemitleidenswerter aber so stolzer  Hund er war. Er konnte sich ja gar nichts anderes leisten als still und bescheiden zu sein....wer weiß, wie er bis dato behandelt wurde von den Menschen...
 
In den knapp 3 Wochen, in denen ich dort war, kam er dann immer öfter. Er schien keine Angst mehr zu haben und schien vertrauen zu finden. Ich wollte ihm auch helfen, aber da ich mich nicht so gut auskenne mit Tieren/Hunden, rief ich meine Arbeitskollegin in Deutschland an, die nebenbei eine sehr aktive Tierschützerin ist. Ich fragte sie um Rat, wie ich am besten mit ihm umgehen sollte. Sie gab meine Telefonnummer an eine deutsche Frau in Antalya weiter, die sie kannte. Diese tolle Frau, Sabine, lebt seit 20 Jahren in der Türkei, hat ein Tierschutzheim und setzt sich seit Jahren für solche bedürftigen Tiere ein. Wie ich solche Menschen schätze und bewundere!
Sie rief mich freundlicherweise an, ich erzählte ihr von diesem Hund, aber da sie leider so weit weg von uns lebte, musste es leider nur beim telefonischen Kontakt bleiben. Aber sie bat mir an, sie jederzeit anzurufen bzw. zu schreiben über whatsapp, wenn ich fragen hätte. Sie gab mir auch sehr viele, unheimlich wertvolle Tips und Ratschläge.
Das Problem war nur,  ich würde keinen Tierarzt finden, der wegen solch ein einem Hund zu uns rausfahren würde.. Es gibt so viele von solchen Tierchen, dass er mich nur belächelt hätte.
Wir konnten also nicht viel machen. Wir hatten auch Bedenken ihn anzufassen, weil wir ja nicht wussten, was er so alles erlebt hat. Somit fütterten wir ihn eben weiter. Wir beträufelten seine Schürfwunden mit Johanniskrautöl und waren einfach nur lieb zu ihm.
 
Man sah ihm an, dass er sich immer wohler fühlte bei uns, obwohl es ihm körperlich nicht viel besser ging.

 
 
 
 
Dann, genau in dieser Zeit, kamen einige Männer bei uns vorbei, die einen Karton in der Hand hielten. Sie brachten einen kleinen Welpen vorbei. Mein Vater hatte nämlich vor einiger Zeit diese Leute gebeten, ihm einen zu bringen, falls es sich ergeben würde. Er hat es ihnen abgekauft.
Mein Vater hatte seit langem keinen Hund mehr am Haus gehabt und wollte wieder einen haben. Denn noch bis letztes Jahr war die Straße direkt vor dem Haus sehr befahren, und wegen zu schnell vorbeifahrenden Autos und LKW's, haben in den vielen Jahren nur wenige Hunde und andere Tiere meiner Eltern überlebt. Deswegen waren sie es leid und wollten lange Zeit keinen mehr haben.
Aber seit eine Umgehungsstraße um unser Dorf herum gebaut wurde, ist der Verkehr vor dem Haus nicht mehr so rege, und mein Vater wollte es also nochmal wagen.
 
Dieses kleine Hündchen, dem ich einen Namen geben durfte, nämlich EFE, war ein erst 3 Monate altes Männchen. Er war so extrem ängstlich, dass er sich ganze 2 Tage nur noch irgendwo hinten verkrochen hat im Gerätestall. Er hat keinen Mucks von sich gegeben, noch nicht mal geheult oder gebellt...nur sich verkrochen und große, sehr große Angst gehabt.


Er hat kaum getrunken oder gefressen...bis wir irgendwann bemerkt haben, dass er noch gar nicht kauen kann. Er hatte wahrscheinlich bis dahin immer an seiner Mutter gesaugt.
Das arme Kerlchen....
2 Tage lang hielt er sich im Gerätestall auf, versteckte sich immer als ich reinkam und ich musste so lange lieb auf ihn einreden und versuchen ihn zu kriegen und zu streicheln, bis er dann irgendwann immer mehr rauskam...
 
....und sich auch mal nach draußen wagte. Wir banden ihn an die Leine, weil wir  Angst hatten, er könnte weglaufen. Sabine hat mir in dieser Zeit wieder viele gute Ratschläge und Tips gegeben, die ich dankend annahm.

 
 
Als er sich dann so langsam an mich/uns gewöhnte, fuhren mein Vater und ich mit ihm zur nächst kleineren Stadt (20 km), zum Tierarzt.

Zuerst hatte er wieder ziemlich Angst im Auto, aber das legte sich wieder.
Dort bekam er dann erstmal einiges gegen Parasiten (äußerlich und innerlich), dann nach 3 Tagen seine ersten Impfungen und einen Hundeausweis.

 
Ich kaufte ihm einen Korb, das für ihn aber etwas zu hoch war. Ein spezielles Hundekörbchen gab es da leider nicht. Also habe ich die Vorderseite des Korbes abgesägt und an die scharfen Kanten einen Stoffrand drangenäht. Ein Kissen und eine Kuscheldecke gekauft, ihm Spielzeuge aus alten Socken und Strümpfen gebastelt, Stöckchen hergeholt und zurechtgeschnitten. Die fand er alle so toll und spielte damit den ganzen Tag.

Hier hatte er gerade gebadet und als er fror , wickelte ich ihn in sein Deckchen ein und da lag er dann eine ganze halbe Stunde lang  so! Neben ihm am Körbchen sein Spielzeug, was ich ihm bastelte (ein Nylonstrumpf, gefüllt mit altem Stoff. Das war sein Favorit)
Und ganz viel Hundefutter habe ich ihm gekauft, damit meine Mutter ihm das auch mal anbieten kann, wenn es mal nicht geeignetes zu fressen gab für ihn, oder sie mal keine Lust/Zeit hatte zu kochen. Weil meine Mutter für die Hunde nämlich meist selbst was gekocht , bzw. zubereitet hat.
Nudeln, Kartoffeln, Fleischreste, Suppen mit Brotstückchen drin etc.
Sabine sagte, besonders Brot oder Nudeln in (mit etwas Wasser verdünntem) Joghurt würden sie gerne fressen, da das Kalzium natürlich auch gut für die Knochen wäre...besonders für den großen Hund. Der Große war eh nicht wählerisch , nahm alles immer dankend an. Der Kleine war da schon verwöhnter mit der Zeit... Rotzblag.
 
Aber sooo glücklich ist er jetzt dort und fühlt sich einfach pudelwohl (apropos...was ist das eigentlich für eine Rasse, weiß das einer? wir wussten es nicht..sogar der "Tierarzt" nicht...wie peinlich. Die kümmern sich da eh meist immer um Kühe o.a. Nutztiere auf den Dörfern. Gibt nicht so viele Hundebesitzer wie  hier in Deutschland.)


Er weicht gar nicht mehr von meiner Mutters Seite.
 
 
 
Isser nich sowas von niedlich??? Ich vermisse ihn so... ob er mich wohl wiedererkennen wird nächstes Jahr? Hat einer eine Ahnung?
"Efe" heißt so ähnlich wie "mutiger Kerl /Held". Es gibt auch einen berühmten Tanz bei uns in der Region, der Efe-Tanz (ein typischer Männertanz)  und den Tänzer dazu nennt man auch Efe.
 
Und weil ich in der Türkei nur noch Augen für Efe hatte, und Mista E. , mit dem wir uns ja einige Wochen nicht gesehen hatten und ich am Telefon nur noch von ihm schwärmte, wurde schon fast eifersüchtig. Als ich immer davon redete, wie sehr ich ihn doch vermissen würde, wenn wir wieder wegfahren, fragte er: "Vermisst du MICH denn gar nicht? Du erzählst ja von nichts anderem mehr" Tsss... Scherzkeks, der.
 
Der Abschied von ihm war echt schwer.
Von Efe, meine ich.
 
 
 
 
Auf dem Rückweg sind wir dann die gleiche Route gefahren...

Mit der Fähre rüber zur europäischen Seite der Türkei...

Sonnenuntergang in Mazedonien...

Serbien...


Belgrad...
 
 
 

Kurz gefasst: Am späten Mittwochabend hatte uns Deutschland wieder.
Und wie immer, an der allerersten Tankstelle hinter der Grenze denke ich mir, wenn ich die Toiletten sehe: "Endlich wieder super saubere Toiletten, so wie es sein sollte, hallelujah! Isch lieb disch, Deutscheland!"
 
Also geht es doch, wenn man nur will. Wieso nur gibt es die nicht in den anderen Ländern? (Ganz besonders bei uns in der Türkei? *seufz*)
 
Trotzdem hab ich dich ganz doll lieb Türkiyem, ich liebe meinen Sohn ja auch, obwohl es bei ihm im Zimmer immer aussieht wie Sau, und ich mich ständig darüber aufrege. Und er ist ja trotzdem ein prima Kerl.
Hinkt der Vergleich jetzt irgendwie? Ich denke nicht.
 
 
 
 
Und das ist für's Archiv:
Donnerstag morgen, Deutschland, unsere Terrasse. So um 10 Uhr rum.
20 Grad. Stark bewölkt. Regen.
Habe mich gefreut -ich wiederhole, GEFREUT!- über das Wetter!
 
Kinders, dass ich das auch mal wieder erleben durfte in Deutschland.
 
Und gerade höre ich, wie es draußen strömt vor Regen.
Ist grad wie Musik in meinen Ohren.
 
 
 
 
 
Bitte erinnert mich an diese Aussage, wenn ich in ein paar Monaten über das Scheißwetter klagen sollte.
Aber werde ich nicht.
M-mh.
Niemals.
Äh.........
nee, ich bleib dabei.
 
 
 

Donnerstag, 13. August 2015

Apropos Urlaub... (Teil 1)

Kurz zur Etymologie  "Urlaub" :

Sprachgeschichtlich geht der Begriff Urlaub auf das alt- und mittelhochdeutsche Substantiv urloup zurück, das zunächst ganz allgemein „Erlaubnis“ bedeutete. In der höfischen Sprache der mittelhochdeutschen Zeit bezeichnete es dann die Erlaubnis wegzugehen, die ein Höherstehender oder eine Dame dem Ritter erteilen konnte. So baten im Hochmittelalter Ritter ihren Lehnsherren um urloup, also um „Urlaub“. Eine weitere Überlieferung ist, wenn die Ernte (aus der Land- oder Weinwirtschaft) eingebracht war, konnten die Knechte und Mägde zum Altbauern, dem "Ur" gehen und um Er"laub"nis fragen. Gab dieser die Erlaubnis, wurde auch oft zugleich ein "Trinkgeld" zur Vergnügung mit ausbezahlt.
Später wandelte sich die Bedeutung: Urlaub wurde als „offizielle vorübergehende Freistellung von einem Dienstverhältnis“ verstanden, allgemeiner dann als „dienst- oder arbeitsfreie Tage, die der Erholung dienen“.
(Quelle: Wikipedia)

Wieder was dazugelernt, näch?


Merhaba und Hallo!

Bin wieder im Lande seit einer Woche. Die „dienst- oder arbeitsfreien Tage, die der Erholung dienen“ sind also zu Ende. Und das ist auch gut so. Ich glaube, ich wiederhole mich jedes Mal wenn ich das sage , aber: So gerne ich dort auch bin... ich bin jedes Mal unglaublich froh, wieder Zuhause zu sein. Jep, Heimatland hin oder her, Deutschland ist eben mein Zuhause. Diese Vertrautheit, diese Sicherheit, diese Bequemlichkeit auf allen Ebenen.... und jedes Mal denke ich mir : Ach, was geht es uns doch gut hier.
Also, vor allem ihr Germanen: Hört auf immer wegen allem zu jammern und zu meckern, und wisst euer Land & euer Leben , das ihr hier habt, einfach mal zu schätzen.

Ja, ja..ich weiß. Ihr denkt grad : "Komm jetzt laber nich', wir wollen Fotos sehen"
Kommt sofort!

Wir sind also am Sonntagabend, 5. Juli, ca. 21 Uhr losgefahren.
...mit viel Gepäck, wie es sich gehört. (Ein Dachgepäckträger fehlte allerdings. Wir müssen ja mal wieder aus der Reihe tanzen)

Unsere Route, bis zu meinen Eltern.
 
 
 
Am nächsten Morgen...ca. 6 Uhr...kurz vor der österreichischen Grenze.
 

Österreich und Slowenien...

 
Kroatien...


Serbien...
 
Belgrad...


 
Am späten Nachmittag , kurz vor Nis...an unserem Hotel angekommen. Endlich!

Was war das Bett für eine Wohltat!

Das neueröffnete, türkisch-serbische Hotel kann ich jedem Reisenden nur empfehlen. Super sauber und angenehm.

Mit einem schönen Ausblick nach hinten...
 
 
 
 

Am nächsten morgen ging es dann weiter über Mazedonien und danach Griechenland...
 
Griechenland hat in dieser Route die besten Straßen. Das Land ist so herrlich...die Menschen so toll, so rücksichtsvoll, hilfsbereit und freundlich... ich und Mista E. lieben die Griechen und ihr Land! Dort wollen wir auch unbedingt mal  Urlaub machen, nicht nur immer durchfahren.
 
 
 
Am späten Nachmittag haben wir dann endlich die türkische Grenze erreicht. In Thrakien (Sarköy) haben wir dann für einige Stunden gute Freunde aus Deutschland von uns besucht, die dort auch gerade in Urlaub waren. Nachdem wir uns etwas ausgeruht haben, sind wir dann am Abend wieder weitergefahren und kamen um 5 Uhr morgens bei meinen Eltern an.
 
Das Haus meiner Eltern....und meiner Kindheit...
 
Dort haben wir nur eine Nacht übernachtet und sind wieder weitergefahren nach Mersin, zu Mista E.'s Familie.  Geplant war, dass ich ca. 14 Tage später, direkt nach dem Ramadan-Fest , mit dem Bus zu meinen Eltern fahren wollte. Zum Ende unseres Urlaubes  sollte Mista E. dann mit den Kindern, quasi auf dem Rückweg, zu uns stoßen.
 
 
 

Die  10 stündige Fahrt dorthin war auch wieder anstrengend. Eine ausgiebige Rast und Stärkung (diesmal wieder in Konya)  tat uns da sehr gut zwischendurch.
 
 
 

Endlich bei der Schwiegermutter, an der Ferienwohnung angekommen.... herrlich.
 
Einige sehr sonnige und sehr warme Tage dort verbracht...



 
 
 

Diesmal natürlich auch wieder zur "Yayla" (Alm) gefahren und den Schwiegervater besucht , wo er immer seinen Sommer verbringt.

 
 
 
 
Nach nur ca. 1 Woche habe ich mich dann kurzfristig entschieden, meinen Eltern eine Freude zu machen und sie schon am 1. Ramadan Feiertag mit meinem unerwarteten Besuch zu überraschen.
 
 
 
 
Ich bin die ganze Nacht durchgefahren und nach ca. 13 Stunden und 3 mal umsteigen, habe ich sie dann tatsächlich überrascht...
 
....die Freude war unbeschreiblich groß, die Emotionen herzzerreißend und das Ramadan Fest eines der schönsten, den sie (und ich) seit langem erleben durften. Weil sie eben nicht alleine waren, wie sonst immer, und diesmal eines ihrer 2 Kinder mal endlich wieder da war.
Was war ich froh, mich so entschieden zu haben...die Freudentränen der beiden haben mich die ganzen Strapazen der langen Reise sofort vergessen lassen.
 
 
Und was ich dort noch so alles erlebt habe, z.B. wer "Efe" ist und wie ich mich in ihn verliebte, ein eifersüchtiger Mista E., ein trauriger Abschied und noch vieles mehr....alles im 2. Teil.
 
Bis dann!