Montag, 15. Dezember 2014

Naturjoghurt selbstgemacht- so einfach geht's!






Wie bereits versprochen, zeige ich Euch heute, wie man Naturjoghurt selber macht.
Dafür braucht es keine Joghurtmaschine, sondern nur einen Topf (am besten einen Edelstahltopf),  einen Joghurtthermometer (ein einfacher Backthermometer tut's denke ich auch) , einen kleinen Becher 3,5 %'igen, stichfesten (keinen cremig gerührten) Naturjoghurt , natürlich Milch (auch 3,5 %) und viele dicke, warme Decken.


Weil bei uns sehr gerne und viel Joghurt gegessen wird, mache ich ihn immer  gleich mit 4 Liter Milch. Ich benutze ihn nämlich auch gerne für Suppen, Vorspeisen  etc. Ihr könnt natürlich erstmal viel weniger nehmen, 1 Liter oder 2, 3....egal.

Ich erzähle Euch mal wie es meine Mutter immer gemacht hat, immer noch macht und ich es so übernommen habe:  Milch zum kochen bringen, abkühlen lassen. Die Milch muss soweit abgekühlt sein, dass man mit dem kleinen Finger einmal kurz reingeht, umrührt und die Milch den Finger nach 2-3 Sekunden ein wenig "beißt", so sagte meine Mutter immer.
So gelingt er bei mir auch immer, aber ich habe für Euch natürlich mal gemessen und ein wenig recherchiert.

Ihr macht ihn also am Besten so, denn so gelingt er auch bestens:

Die Milch, egal ob 2 oder 5 Liter, auf dem Herd erhitzen, sie muss nicht kochen (zumindest nicht die im Supermarkt erhältliche, pasteurisierte Milch). Es reicht, wenn sie eine Temperatur von mind. 85 Grad erreicht, also kurz vor dem Kochen, wenn sich ganz viele Bläschen bilden und es schäumt, vom Herd nehmen.
Bis dahin öfters umrühren, denn es brennt leider immer mehr oder weniger an. Man sagt, man solle im Topf vorher etwas Wasser kochen und danach die Milch erhitzen/kochen. So würde es nicht zu sehr am Topfboden ansetzen/anbrennen. Ausprobiert habe ich es persönlich noch nicht.




Dann warten bis es abkühlt (wenn's schnell gehen soll, könnt ihr den Topf in ein  kaltes Wasserbad abkühlen.) Aber Vorsicht, dass es nicht zu sehr abkühlt, denn die optimale Temperatur, bevor ihr den "Starter" reingibt, beträgt 40-45 Grad. Optimal ist 43 Grad.


Dann nehmt ihr einen halben bis einen Teelöffel (mehr ist wirklich nicht nötig) Joghurt, den sogenannten "Starter". Dieser hilft der Milch nämlich auf die Sprünge, damit es sich in Joghurt verwandelt. Er wird "geimpft".

Ich benutze immer gerne diesen Joghurt, gibt's z.B. bei Rewe, oder den 3,5 %'igen (oder ist er auch 3,8 % ?...egal) , stichfesten Joghurt von Landliebe. 
Ich brauche den nicht so oft zu kaufen, denn als Starter benutze ich immer den Rest von dem vorherigen Joghurt, weil der bei uns wirklich in ein paar Tagen verputzt wird und ich mach dann direkt einen Neuen.


Das Ganze rührt ihr mit dem Rührbesen kräftig um, damit der Joghurt gut in der Milch verteilt ist.

Tipp: 
Ich mache den Joghurt nicht im Topf, sondern gebe die ganz heiße Milch in einen Plastikbehälter/Tupperschüssel, warte dann bis die nötige Temperatur erreicht ist, gebe dann den Starterjoghurt dazu.


Und wenn es dann angerührt ist (das Ganze bitte zügig, damit die Temperatur von der Milch nicht noch mehr absteigt), den Deckel zu und ab unter die Decken.
Und zwar die erste Decke richtig um den Topf/die Schüssel umwickeln, also die Decke zunächst aufschlagen, den Topf/Schüssel draufsetzen und von  allen Seiten wieder zuschlagen.



Dann noch mind. 1 sehr dicke oder etwas dünnere 2-3 Decken drüberlegen, dass es lange, ganz warm bleibt.


Nach mind. 5 Stunden (kann auch ruhig 6 werden, aber nie länger als 7! Je länger es gedeckt bleibt, desto säuerlicher wird der Joghurt) Ich mache ihn immer nach 5-6 Stunden auf. Das perfekte Ergebnis sollte ein sichtbar stichfester Joghurt sein. Wenn es immer noch flüssige Milch ist, hat  leider irgendwas nicht geklappt. Kann sein, dass die Temperaturen nicht richtig eingehalten worden sind.

Wenn man ihn von den Decken "befreit" und ihn endlich rausholt und öffnet, hat sich dann immer viel Flüssigkeit auf der Oberfläche  und/oder an den Seiten gesammelt. Um den Joghurt davon zu befreien (sonst wird die Konsistenz sehr wässrig und unappetitlich) lege ich immer ein paar Lagen Küchenpapier oben drauf, warte 5-10 Minuten bis es sich aufgesaugt hat -denn das tut es es sehr schnell und sehr viel.



Diese Prozedur wiederhole ich mind. ein paar Mal.
Danach sieht er wunderbar fest aus und der Joghurt kommt in den Kühlschrank, wo es dann mind. ein paar Stunden kühlen sollte, bevor man es genießt. Ich mache meinen Joghurt meistens gegen Abend, sodass er über Nacht schön kühlen und richtig fest werden kann.
Wer ihn noch fester haben möchte (für Vorspeisen z.B.) muss  diese Prozedur einfach öfters wiederholen


Auch wenn es fest wird, sammelt sich im Joghurt, nachdem er angebrochen ist, immer wieder Flüssigkeit. Das ist übrigens sehr seeeehr kostbare & gesunde Molke , die nicht verschwendet werden sollte. Ich und Mista E. trinken ihn dann immer gerne weg, und somit bleibt die Konsistenz schön fest. 
Man kann das Ganze aber auch mit dem Schneebesen umrühren, dann hat man eine cremige Konsistenz -wer es lieber mag.




So mögen wir ihn am Liebsten...mmmhhh, lecker!


Viel Spaß und Erfolg beim Nachmachen!

Kommentare:

  1. Ich liebe Naturjoghurt schon mein ganzes Leben lang. und wenn er dann auch noch stichfest und schön säuerlich ist, hach, dann bin ich einfach nur glücklich und genieße. Auf Vieles könnte ich verzichten, aber Naturjoghurt?... Never ever! Deine Deckenwickeltechnik habe ich so noch nie angewandt. Ich dachte nur, vielleicht sollte man den Joghurt mit ins Bett nehmen... Lach... Nein, Scherz beiseite: Wird Zeit, daß auch hier wieder öfter Naturjoghurt auf den Tisch kommt.

    AntwortenLöschen
  2. Danke Ayşe für deinen ausführlichen Bericht, ich werde das gleich morgen ausprobieren. So beim lesen habe ich gemerkt, das ich wohl die Durchmischung vom Starterjogurt und der Milch nicht gut hinbekommen habe. Ich werde mich genau an deine Anweisungen halten und dann berichten. Liebe Grüße. ....

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Sehr gerne. Der Joghurt, den ich heute gemacht habe, hat leider nicht geklappt. Hat mich total geärgert, obwohl ich es doch genauso gemacht habe wie immer, aber kann leider immer mal passieren. Es ist mir ein Rätsel...

      Ich wünsche Dir viel Erfolg damit!

      Löschen
  3. Danke fürs teilen, liebe Ayse. Für mich klingt das alles sehr kompliziert und chemiebaukastenmäßig... ;) Und ich war schlecht in Chemie... *gg*
    Aber ich habe mir Dein Posting mal abgespeichert. Vielleicht probiere ich es doch einmal.

    LG

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das solltest Du, Manu.
      Ist wirklich nicht so schwer, wie es vielleicht auf den ersten Blick aussieht. Ich würde beim ersten Mal aber lieber nur 1 Liter Milch nehmen und einen halben TL Joghurt. Für alle Fälle:)
      Viel Erfolg dabei!

      Löschen
  4. Na supi, jetzt hatte ich mich so gefreut, heute eine Riesenmenge Joghurt zu machen und was war: mein Thermometer war weit und breit nicht zu finden. Stundenlang dieses Teil gesucht, was die kleinen Herren mit Sicherheit wieder sonstwohin geschleppt haben. Grrrrrr. Morgen wird weiter gesucht. Grmpf.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Du kennst also die berühmte "kleiner Finger-Technik" gar nicht?:)
      Wenn's nur ein BISSCHEN heiß ist und Du Deinen Finger einige Sekunden drinhalten kannst, ist es eigentlich ok. Aber ich kann's verstehen, wenn es Dir zu unsicher ist und Du kein Risiko eingehen willst.
      (Ich musste heute z.B. 4 Liter Milch wegschütten, weil es diesmal nicht geklappt hat...und ich weiß nicht warum..so ärgerlich.)

      Löschen
    2. "Finger-Technik" ist mir bekannt, aber Joghurt ist eine Zicke. Mal haut's hin, dann auch wieder aus unerfindlichen Gründen nicht. Da geh' ich lieber auf Nummer sicher.

      Löschen
  5. Jesses Marie ... du machst dir aber Mühe. Neeee, da wäre ich viel zu faul für. Ok ... bin jetzt auch nicht so der Naturjoghurt-Esser :-)

    LG Frauke

    AntwortenLöschen
  6. Danke, danke für diese leicht verständliche, unkomplizierte Anleitung! Ich habe soeben das zweite Mal aus zwei Litern Milch Joghurt gemacht, inklusive Kleine-Finger-Methode - und es hat wunderbar geklappt. Beim ersten Mal war mir der Joghurt zu mild, jetzt habe ich ihn länger ruhen lassen. Ich bin gespannt!

    AntwortenLöschen