Freitag, 17. Januar 2014

"One day baby, we'll be old...."


Heute rief ich wieder bei den beiden Frauen an, im Altenheim. Ab und zu rufe ich an und frage  wie es ihnen geht...ein bisschen unterhalten tut beiden Seiten gut.
Eine von beiden (die 92 -Jährige, im Kopf noch die viel 'fittere' ) sagte mir einige Dinge, die mich wieder zum Nachdenken brachten.
"Ach , Ayse... ich hätte früher nie geglaubt, dass ich mal so alt werde. Wenn  man noch jung ist, kommt einem alles so weit weg vor... alle werden alt, nur ich nicht, denkt man... und dann steht man da, ganz alleine...wird von fremden Menschen gewaschen, angezogen...macht sich in die Hose...ich kann das alles immer noch nicht glauben.... Bitte, sei dankbar um jeden Tag, an dem du noch so jung und gesund bist und in deinem eigenen Zuhause leben darfst.Und lebe dein Leben in vollen Zügen, verschiebe nichts auf morgen"

Dann fuhr ich zur Arbeit, noch völlig in Gedanken an die Gespräche.

Im Radio lief ein Interview mit einer gewissen Julia Engelmann. Ein Youtube-Video von ihr sei im Moment in aller Munde (=der Renner bei Facebook). Ich horchte rein. Das Gespräch faszinierte mich. Hier angekommen, schaute ich bei der ersten Gelegenheit mal nach und guckte mir das Video an....und für heute gab es mir den Rest.
Es ist zwar nichts Neues, Ungesagtes, was sie da sagt, aber trotzdem sehr, sehr berührend....und gerade zu Jahresanfang, in der Zeit, wo man sich so den einen oder anderen Gedanken zu seinem Leben macht, sich mit irgendwelchen Vorsätzen auseinandersetzt, gibt es einem gewisse  Denkanstöße.

Bei  rp-online.de  heißt es:

>> Den Text, den die Psychologie-Studentin für den fünften Bielfelder Hörsaal-Slam geschrieben hat, heißt "One Day/Reckoning"-Text – angelehnt an das gleichnamige Lied von Asaf Avidan aus dem Jahr 2012. Der Israeli landete mit dem Song auf Platz eins der deutschen Single-Charts. Es geht darum, dass man eines Tages alt ist, und an all die Geschichten denkt, die man hätte erzählen können.<<

Schaut  euch das obige Video mal an. Vielleicht gibt es dem Einen oder Anderen (und mir) ja den nötigen "Schubs" ... Es ist wirklich sehr bewegend.

Hier noch das Lied dazu:




Kommentare:

  1. Ja... man verdrängt so viel und lebt, als hätte man noch mindestens ein Leben in der Tasche. Schlägt sich mit Nichtigkeit rum und bläst sie zu gigantischen Fesselballons auf und wundert sich rückblickend, wie acht-und bedenkenlos man eines der kostbarsten Geschenke verschleudert, das man je bekommen hat: Lebensenergie. Also mir geht das so. Leider. ;)

    Das Video schau ich mir an, wenn ich es verkraften kann. ;)

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    1. Ja, Du sagst es, Anna. Und diese Lebensenergie bekommen wir im Alter nie wieder, schade, dass wir so oft unachtsam damit umgehen. Das Ganze hier ist für mich auch eine Art Selbst-Gehirnwäsche, irgendwie. Ich muss mich eine Zeit lang immer intensiv mit etwas auseinandersetzen, brauche meist lange "Anlaufzeit", um endlich mal in die Pötte zu kommen. Hoffe, ich bin bald wieder soweit...

      Gib Dir ein Ruck, Du verpasst sonst was:)

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  2. Richtig gut. Richtig tiefsinnig. Richtig richtig.

    Denk mir immer, dass ich so viel machen möchte und doch nix mache. Aber dann schau ich mich in der Gegenwart um und merke erstmal, dass ich doch eigentlich mittendrin bin mit meinem Studium allein schon. Würde zwar auch gerne reisen, aber mit Geld wäre das noch schöner als ohne. ;)

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    1. Ich finde auch, dass Du gerade mittendrin bist, liebes nickelchen. Mehr geht doch im Moment gar nicht, Du machst das toll! Ich wünsche Dir, dass Du es bald geschafft hast und dann endlich was von all der Energie und Mühen, die Du da reingesteckt hast, zurückbekommst vom Leben. Arbeiten, in einem Job, dass Dir Spaß macht und alle Wünsche erfüllen können...u.a. viele tolle Reisen!:)

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  3. DANKE für den Link - und den Post - und alles... es trifft meinen momentan empfindlichsten Nerv... (bin einiges älter als die slammende Studentin).
    Dein Blog ist einer der

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  4. ...ups, da war mein Kommentar plötzlich weg - Forts.: ...einer der witzigsten und zugleich ernsthaftesten, die ich kenne, immer mittendrin im Leben und nie langweilig. Ich klick mich so allmählich durch (oohhh, und die Rezepte! Die türkischen Kuchen...! Ich finde sie so lecker, hab aber noch nie welche selbst gemacht. Wird dank dir nachgeholt).
    Grüße von
    Brigitte

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    1. Ach, Brigitte..... das war einer der Kommentare, der mich am meistens erfreut und gerührt hat hier bis jetzt. Vielen, herzlichen Dank!

      Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du irgendwann in Deinem Leben viele, wunderbare Geschichten erzählen kannst, die DIR gehören...

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  5. ooooh, ich glaube, das muss ich mir zu Hause angucken, bevor ich hier im Büro ein Tränchen verdrücke :-)

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