Samstag, 28. Dezember 2013

Reloaded: Neulich in der Selbsthilfegruppe "Anonyme Türken"...


Ein kurzes Hallöchen!
Meine aufmerksamen  Leser/innen wissen, immer wenn es heißt "Reloaded" , kommt hier eine Wiederholung. Im TV ist es Gang und Gebe, warum nicht auch im Blog?
Im Moment habe ich nämlich wieder kaum Zeit, aber  in einigen Tagen melde ich mich wieder mit aktuellen Zeilen zurück. Bis dahin soll es hier nicht ganz so still sein, deswegen gibt es hier nochmal einer der meist angeklickten Beiträge von mir (auch einer meiner persönlichen Favoriten).
Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr. Gute Vorsätze? (wie auch in diesem Beitrag erwähnt)....vergesst es, klappt eh nicht. Steht zu euch selbst! (Das sagt die Richtige);)

Bis die Tage... oder moment, moment. Den Schenkelklopfer  muss ich jetzt auch mal bringen:

Bis nächstes Jahr!!  
(Mein guter Vorsatz: Den Spruch bringst du nie wieder , Ayse! )






"Anonyme Türken". 
Eine Selbsthilfegruppe für ehemalige Türken, welche die deutsche Staatsangehörigkeit haben, damit aber nicht klar kommen.
Der Gruppenleiter heißt Söhnke. Ein Deutscher, 36, Sozialpädagoge, war selbst schon 3 mal in der Türkei, ist Greenpeace-Mitglied, sein Lebensmotto : "Voll sozial, ist genial!"



Söhnke: So...nun, nachdem jeder Platz genommen hat, können wir anfangen. (Schaut den Ersten an) Möchtest du beginnen und ein wenig von dir erzählen?

Manfred: Ich bin der Manfred, bin 41 und....
.(senkt den Kopf) hab' heute Pommes gegessen...
Söhnke: Oh , ich glaube du hast die Gruppen verwechselt Manfred. Die Selbsthilfegruppe "Ich bin rund, na und?" ist im Raum gegenüber.

(Manfred verlässt errötet den Raum)

Söhnke: So...bitteschön.

Ümmügül: Ich heiße Ümmügül, bin 39 und  seit 18 Monaten eine Deutsche. Ich erzähle meinen deutschen Nachbarn immer, dass ich im Urlaub in Mallorca war, aber fliege heimlich immer  noch in die Türkei. Für dieses Jahr wollte ich z.B. einen Flug in die Dom.-Rep. buchen, musste dann aber  doch wieder einen All-inclusive-Urlaub in Alanya buchen. Ich schäme mich so. Es ist zum Verrücktwerden!

Söhnke: Obwohl...so untypisch Deutsch ist das jetzt aber auch nicht Ümügühl. Du musst es aber auch wirklich wollen und konsequent sein. Versuche türkische Reisebüros zu vermeiden. Da ist  das Angebot natürlich vielseitiger und  verlockender. Kommen wir zu Dir Muhrat. Erzähl doch mal.. wie geht es dir  mit deiner neuen Nationalität?

Murat: Ich sach ma so...an und für sich ganz gut, aber ...aber...wenn ich die türkische Nationalhymne höre muss ich immer aufstehen und mitsingen. Ich bin jedesmal gerührt, ich kann nicht anders...

Söhnke: Mm  mm... jah-jah...

Mustafa: Genauso geht es mir bei Fussball! Ich wünsch mir immer, dass die türkische Mannschaft gewinnt. Es ist..... es ist....so.....(er versteckt sein Gesicht und fängt an zu weinen)

Söhnke: Ja...lass es raus Mustafa ...lass es raus... 

Ayse: Ich bin die Ayse , bin 45 und schon seit 14 Jahren Deutsche. Aber ich krieg's einfach immer noch nicht hin mit der deutschen Küche. Letztens bekam ich Besuch und  hab mir geschworen, diesmal nur ein paar belegte Brötchen und Mettigel zu machen, aber .... ich habe wieder ein 10-Gänge-Menü gekocht.  Oh Gott, ich hasse mich so dafür! *schluchz*

Necla: Ja genau! So geht es mir auch immer...*seufz*

Söhnke: Was haltet ihr davon, wenn wir das nächste Treffen bei der Ayse- äh-  ..ich meine.. das ist verständlich. Das braucht alles seine Zeit. Ihr müsst schon beim Einkauf darauf achten, nur bestimmte Lebensmittel einzukaufen. Macht euch eine Liste und kauft nur das, was draufsteht. Wenn z.B. Besuch ansteht und ihr -nur mal angenommen-  Königsberger Klopse machen wollt, mit Salzkartoffeln und Kopfsalat, dann kauft auch NUR diese Zutaten dafür ein. Nehmt nur soviel Geld wie nötig mit, vermeidet beim Türken einzukaufen. Also in ganz kleinen Schritten reduzieren. Das nächste Mal macht ihr dann einfach Spaghetti mit fertiger Tomatensoße...oder angenommen, nur einen Marmorkuchen und Kaffee, bis ihr dann am Ende bei den  Wurstbroten angekommen seid. Das schafft ihr!

Alle: *Seufz!*....

Özgür: Ich krieg's einfach nicht hin mit der Pünktlichkeit. Bei Einladungen komme ich grundsätzlich zu spät. Das blöde ist, ich find's überhaupt nicht schlimm...

Söhnke: Hast du es schon mal versucht, nicht nur einen, sondern  ein paar Wecker zu stellen Ötzgühr??

Özgür: Jaaa...hab ich....(wird rot)....klappt trotzdem nicht.

(Alle gucken Özgür mitleidend an. Ein Gemurmel ist zu hören. "Mmm..so geht's mir auch....brummel...schaff ich auch nicht...brummel....immer diese scheiß Eile...grummel.." )

Necla: Also ich schaff das mittlerweile. War letztens auf eine türkische Hochzeit eingeladen und ich war die Einzige, die zur angegebenen Uhrzeit da war. *stolzguck*

Alle: Streberin....

Gülcan: Wir haben unserer Tochter den Namen Shanaya-Loredana-Tabaluga  gegeben, aber von den Großeltern wird sie immerzu Aygül genannt. Jedesmal gibt es Diskussionen im Urlaub. Ich bin's Leid.

Söhnke: Emre, von dir haben wir noch nichts gehört. Magst du uns auch was erzählen?

Emre: Guten Tag. Mein Name ist Emre Aydinoglu, bin 37 Jahre alt und habe vor exakt 4, 3 Jahren die deutsche Staatsangehörigkeit  bekommen. Ich habe Probleme mit meinen Nachbarn. Sie beschweren sich ständig über türkische Mitmenschen und rufen auch mir hinterher, mit Sätzen wie z.B.: "Tut euch ma gefälligst anpassään! Tu ma vernünftigt deutsch redään. Meine 9 jährige Nichte  Dschakkeliene spricht sogar besser deutsch wie du hömma, die tu ich wenigstens verstäähn!". Ich bin mit ihrer Rethorik einfach überfordert. Ich befürchte, dass ich niemals in der Lage sein werde, mich wie sie zu artikulieren.
Ok, ich sehe es ja ein... vielleicht wäre es ja doch adäquat, den Usus hetoregener Termini zu minimieren, aber es ist suboptimal, wenn -

Murat: Häh? Wat für'n Ding??

Söhnke: Wir lassen ihn bitte ausreden, Muhrat.

Mustafa: Boah...langsam hab ich echt die Schnauze voll von diesem Mist. Ich will einfach nicht mehr! Ich will nicht jeden Tag Kartoffeln fressen! Ich will  Ibrahim Tatlises hören,  ich will Döner essen, ich will nach jedem Sieg meiner Mannschaft, mit dem Autocorso mitfahren und türkische Fahnen hochhalten, die Nationalhymne mitsingen und dabei eine Träne verdrücken! Ich bin Türke laaan Türkee!! Ne mutlu Türküm diyene!! Almanlarin  taa minakoyim!

Alle: Yürü be kim tutar seni!! *applaus* *standing-ovations*

Murat: Yürüyün arkadaslar! 
Alle: (laut , einen türkischen Nationalmarsch singend, verlassen sie den Raum) Ceeeeeddin de-den....tararamram, neeeeeslin ba-ban!! tararamram...


Söhnke: Heeyy, was macht ihr denn, bleibt doch hier! Ich bitte euch, so geht das nicht... setzt euch hin, kommt zurück, wir haben noch 2 Minuten und 20 Sekunden! Lasst es uns  ausdiskutieren.  HALLOOOO! .........  Halloo?....pfff...scheiß Türken.





Und hier noch das Video der Woche: Deutschkurs für Türken - Ladykracher


Montag, 23. Dezember 2013

Heute morgen beim Türken...


Eigentlich wollte ich hier seit gestern ja nichts mehr schreiben. Zumindest eine gaaaanze Weile.
Es gibt doch Personen, die behaupten, wenn sie von einem Star geküsst werden oder ihn anfassen,dass sie sich nie mehr waschen werden. Kennt ihr solche Vollpfosten Fanatiker?  Bei mir sollte der letzte Beitrag über Hatice Akyün -nachdem sie  höchstpersönlich einen Kommentar hinterlassen hat- auch ganz oben stehen, kein anderer Beitrag sollte ihn nach unten verschieben, er sollte einen Ehrenplatz hier in meinem Blog bekommen...aber das (Blogger-)Leben geht nun mal weiter, ne? 

Und ich dachte mir, bevor ich hier ein Weilchen nicht zum Schreiben komme, hinterlasse ich noch einen letzten Beitrag vor Weihnachten.
Apropos: 

Ich dachte mir, gehste heute morgen mal ganz  ganz früh einkaufen, damit du dem ganzen Trubel entgehst.  Über meine Einkaufsphobie  hatte ich euch ja schon mal ausgiebig informiert.
Erst zum  Türken, danach zum "Deutschen"...so sieht mein Großeinkauf fast immer aus.

An der Kasse im Supermarkt wollte man mir wieder Treuepunkte und Sticker (waren ganz schön viele!) etc. andrehen, die ich ja nie in Anspruch nehme. Ich sagte aber, dass sie ruhig die Person mit dem Kind hinter mir haben könne, wenn sie wolle. Und OB sie wollte! Sie nahm es dankend an, der Kleine freute sich über die Sticker, ich rückte wieder mein Heiligenschein  zurecht und "frohe Weihnachten!" wünschend  verließ ich den Laden. 

Dann  noch beim Türken eingekauft, kam ich dort an die Kasse. Ich war dabei, meine Sachen in die Tragetasche zu füllen, als mich eine deutsche Frau ansprach, die gerade an der Kasse ihre Lebensmittel bezahlte.
Sie hielt ein Bund Petersilie in der Hand und sagte:

-Können sie etwas Petersilie gebrauchen?  Für mich ist das viel zu viel, wäre zu schade. Möchten sie die Hälfte haben?

Och...Petersilie geht bei uns weg, wie sonst was. 'Warum nicht' dachte ich und sagte: 
-Gerne.... aber ich bezahle ihnen auch die Hälfte, wenn wir es uns schon teilen, dann richtig!

-Nein, nein! Das ist doch gar nicht nötig.
-Doch doch , aber natürlich , sagte ich.

-Aber nein , sagte sie erneut. es ist doch Weihnachten!
Wie oft bekommt man schon Petersilie zu Weihnachten, oder?
sagte sie , und wir mussten alle lachen.

Als die liebenswerte Frau weg war und ich immer noch beim Einpacken, blickten wir uns mit der türkischen Kassiererin lächelnd an und sie sagte:

-Sind sie nicht süß, die Deutschen? Und genau das ist mal wieder so typisch deutsch. WIR hätten auch die paar Stiele Petersilie mitgenommen, für uns wär's nie zuviel.
"Atardik dolaba, giderdi" (ab in den Kühlschrank und weg)
(*Klugscheißermodus on*Ich stelle sie übrigens immer in eine kleine Vase mit Wasser. Dann halten sie sich viel länger *Klugscheißermodus off*)

-Jep, sagte ich, wir hätten sie eh nicht abgewogen beim Kochen. 100 g mehr oder weniger ...pfff...egaaal...

Wir mussten beide herzhaft lachen. 

So sind wir.....wir Deutschen und wir Türken.
Ich liebe uns!


Frohe Weihnachten Euch allen!

Samstag, 21. Dezember 2013

Eine Lobhudelei an Hatice Akyün


Obwohl ich sehr gerne und sehr viel lese, gibt es hier in meinem Blog kaum Beiträge über irgendwelche Bücher. Hab' irgendwie nie das Bedürfnis dazu. Aber da es auch gut zu meinem deutsch-türkisch geprägten Blog passt, möchte ich heute mal über Hatice Akyün und ihre Bücher schreiben.

Ich glaube, es war 2006, als ich meinen Bruder besuchte, der damals  in der Nähe von Frankfurt wohnte.
Er sagte mir: "Ayse, meine deutsche Nachbarin hat mich gefragt, ob ich Lust hätte, sie zu einer Lesung von einer türkischen Autorin zu begleiten. Du stehst doch so auf Bücher und Lesungen, magst du nicht mit ihr dahingehen? "
"Klar" sagte ich, "gerne!"
Ich hatte die Nachbarin ja auch schon mal kennengelernt und deswegen war sie mir nicht ganz so fremd. Sie freute sich darüber, dass ich mitkommen wollte und wir gingen dorthin. Ich hatte zuvor noch nie von dieser Frau gehört und ließ mich einfach mal überraschen.
Und ich wurde sehr positiv überrascht. Eine sehr symphatische Deutschtürkin mit viel Charme und Humor, las aus ihrem ersten Buch vor, ein autobiographischer Roman.
Wir amüsierten uns köstlich. Ich kaufte es natürlich und ließ es gleich vor Ort signieren.
In dem Buch erzählt sie davon, dass sie als Single-Frau einen Mann sucht, und zwar einen deutschen Mann (modern, verständnisvoll, nicht so eifersüchtig und was türkische Frauen sonst so für Klischeevorstellungen von deutschen Männern haben), der aber die türkische "Schärfe" besitzt (=kein Weichei). Also einen "Hans mit scharfer Soße". 

Sie selbst beschreibt sich so:

 "Mein Name ist Hatice. Ich bin Türkin, aber auch Deutsche, Ausländerin, Muslime, Deutsch-Türkin, Journalistin oder ein Miststück, je nachdem, wer mich gerade betrachtet. Und ich empfinde es als Reichtum, diese Widersprüche in mir zu vereinen. Ich trage kein Kopftuch und ich bin nicht zwangsverheiratet. Ich bin zu deutsch, um eine Türkin zu sein, und zu türkisch, mich eine Deutsche zu nennen."

Ich habe mich so sehr mit ihr identifizieren können, zumal sie  meine "hemserim" ist, also auch aus der gleichen türkischen Stadt kommt wie ich (Kütahya), fast zur gleichen Zeit -auch als Kleinkind- nach Deutschland gekommen , auch in NRW aufgewachsen ist und noch einiges mehr.
Jede Türkin die hier aufgewachsen ist, bzw. jede Migrantin, wird so vieles wiedererkennen in ihren Büchern.
Ihre Erzählweise ist so erfrischend und unterhaltend. Auch sie hat einen Vater (so wie ich) , über den es viel zu erzählen gibt, was in ihren Büchern auch nicht zu kurz kommt. 
Einer meiner  Favoritzitate aus dem Buch:

Hatices Vater grillt mal wieder. Hatice erinnert ihn daran, dass viel Fleisch doch ungesund sei.
Der Vater: "Wer sagt das, die Koalabären?" 

Oder:

"Als ich Mitte 20 war, sagte mein Vater: 'Kizim, er muss gar kein Türke sein, Hauptsache er ist Moslem', und er blickte durch die trübe Windschutzscheibe seines Mercedes hinaus in den Regen. 
 [...]
 'Kizim', sagte mein Vater zum Beispiel als ich 30 war und wir mal wieder in seinem neuen Mercedes saßen, 'es ist mir völlig egal, wen Du heiratest, es könnte sogar ein Deutscher sein, nur heirate endlich!' Das war vor fünf Jahren. 
[...]
 Übrigens fuhr ich vor einigen Tagen wieder einmal mit meinem Vater Auto. 'Du bist jetzt 35?', fragte er so beiläufig wie möglich, 'Ich möchte, dass Du eines weißt. Du kannst jederzeit wieder bei uns einziehen. Und ich habe auch mit Deiner Schwester gesprochen. Wenn wir nicht mehr da sind, wirst du bei ihr wohnen."

Aber sie hatte ihn gefunden, den "Ali zum Dessert" . Er war bei der Lesung mit dabei, passte auf ihr gemeinsames Kind auf. Die süße, kleine Merve Johanna lag damals noch in einer Babyschale.

Ein Hans mit scharfer Soße wurde es nämlich nicht, aber dafür ein "Ali zum Dessert", also ein Türke, der aber zuckersüß war. Genau von ihm, von dem Kennenlernen der beiden Familien (mit Geschichten zum Brüllen) , von der türkischen Hochzeit erzählt sie in eben diesem 2. Buch.
Als ich auch dies las, kam mir eine erneute Lesung direkt in meiner Nähe sehr gelegen. Ich besuchte auch diese Lesung und ließ mir auch dieses Buch signieren. Wir unterhielten uns kurz und ich war wieder sehr begeistert von ihr und ihrer ganzen, liebenswerten Art. Die Lesung war wieder sehr unterhaltend und lustig. Die meisten der Zuschauer waren auch diesmal - zu meinem Erstaunen- Deutsche (ohne Migrationshintergrund).

Das war vor einigen Jahren.
Nun hab ich letztens, als ich mal wieder im Bücherladen stöberte , mit Freude ihr neues Buch entdeckt...und es natürlich auch gleich mitgenommen.

Ich fand es sehr schade zu erfahren, dass sie sich mittlerweile von ihrem "Ali" getrennt hat und alleinerziehende Mutter ist.

Das steht im Klappentext  von "Ich küss dich, Kismet" (anklicken und Buchtrailer ansehen)

"Von Männern hat Hatice Akyün erst mal die Nase voll – und irgendwie auch von Deutschland. Feierlich übergibt ihr der Vater den Schlüssel zu einer kleinen Wohnung in Istanbul. Ist das ein Zeichen?
Für Hatice Akyün ist Deutschland die Heimat. Doch plötzlich hadert sie mit ihrem Land. Sind die deutschen Politiker schuld? Oder ihre türkische Familie? Oder ist es wieder einmal Kismet? Nach einem öffentlichen Wutausbruch verlässt die ewige »Quotentürkin« Berlin Hals über Kopf und zieht nach Istanbul – auf der Suche nach ihrem anderen Ich.
Die pulsierende Stadt am Bosporus mit ihrer alten Geschichte ist der Schauplatz für die Abenteuer, die Hatice Akyün nun zu bestehen hat, die Abenteuer einer Deutschen, die in die Heimat ihrer Eltern reist, damit sich ein familiärer Kreis schließen kann. Doch es ist kein Märchen aus 1001 Nacht, dafür hat diese Metropole einfach keine Zeit. »Hilfe, ich bin Deutsche, klärt mich hier auf!«, will sie am liebsten ausrufen, denn die ererbte Wohnung entpuppt sich als stark renovierungsbedürftig – wie auch ihr eigenes Äußeres, das meinen zumindest die eleganten Istanbuler Frauen, und überhaupt: Wie funktioniert das Leben in diesem umtriebigen Schmelztiegel, in dem Gelassenheit und Hektik zwei Seiten einer Medaille sind? Jede Autofahrt, jeder Einkauf wird zur Herausforderung; Hatice Akyün sehnt sich nach Sicherheit, nach Vollkornbrot und Käsekuchen. Und als sie dem charmanten Fischer Cenk begegnet, ist das Chaos perfekt: Ein Herz ist schließlich kein Fisch, sonst könnte man es angeln ..."




Obwohl dieses Buch -wie ich finde- bei weitem nicht an den Humor der anderen beiden Bücher rankommt, habe ich es wieder sehr gerne gelesen. Es war für mich sehr interessant und sehr unterhaltend. 
Ich konnte erneut  vieles nachvollziehen und so einiges nacherleben...ich durfte eine Reise durch meine Lieblingsstadt Istanbul und meine Heimatregion machen und so viele Orte dort nochmal durchleben, vieles "riechen", "hören" und (mit)fühlen...

 Ich hoffe, dass ich auch diesmal an einer ihrer  Lesungen teilnehmen kann und freue mich schon riesig auf den Film "Einmal Hans mit scharfer Soße". Das Buch wurde nämlich vor kurzem verfilmt, einen Trailer dazu gibt es leider noch nicht.


Liebe Hatice Akyün, sevgili Hatice Akyün...(falls Sie das hier doch  irgendwann mal lesen sollten, ha ha...)

UPDATE: Sie HAT! Und hat sogar kommentiert, isch werd bekloppt! (siehe Kommentare)

Bircok duygularimin ve düsüncelerimin tercümani oldugunuz  ve kitaplarinizla bana cok güzel vakitler gecirttiginiz icin tesekkürler.
Danke, dass Sie viele meiner Gefühle und Gedanken widerspiegeln und mir mit ihren Büchern so schöne Zeiten beschert haben.
Ich mag Sie sehr und bin stolz auf Sie.... und freue mich schon auf Ihr nächstes Buch!


Montag, 16. Dezember 2013

Nebenjob, ich bin bereit!


Ich habe den Mini-Job! Am Montag, also morgen werde ich den Vertrag unterschreiben.
Am Freitag habe ich dort einen Tag hospitiert. Ich kenne hospitieren nur als "mitgehen, reinschnuppern, beobachten", aber ich habe den ganzen langen Tag wirklich malocht. Und das mit 1,5 Überstunden! Ohne Pause, hab mein Butterbrot erst Zuhause essen können. Ey, Alter!

Also, dass hospitieren ja nicht bezahlt wird,

Sonntag, 15. Dezember 2013

Türkische Rezepte (20) : Altes Brot verwerten -3 (Brotfrikadellen/Ekmek köftesi)




Hallöle! Bevor ich zu meinem ursprünglich geplantem Beitrag übergehe, poste ich vorher noch schnell ein Rezept. 
Und zwar aus der Reihe " altes Brot verwerten". Hier habe ich noch ein leckeres Rezept , das ihr aus altem Brot machen könnt. Man muss altes Brot nämlich nicht immer gleich wegschmeißen, man kann wirklich viele leckere Rezepte daraus zaubern. Hier eine weitere Idee: Brotfrikadellen!

Dienstag, 10. Dezember 2013

Nun hab ich ihn endlich: Meinen neuen Ausweis(chen)!


Halleluja! Cok sükür!

Heute durfte ich ihn abholen. Im Bürgerbüro angekommen, sagte ich dem erstaunlich freundlichen Beamten mein Anliegen. Er stand kurze Zeit später auf und ging meinen Ausweis holen. Als er kam sagte er: "Ich habe da ein Problemchen!"

Oh Gottchen!

Ich  versuchte cool zu bleiben und antwortete: "Hm... da bin ich aber mal gespannt."
Die machten es auch immer spannend! Könnte hier nicht einfach mal was glatt laufen, ohne wenn und aber?
Er wollte mir nicht sagen, was das "Problemchen" war. Er guckte auf seinen Monitor,  sagte: "Vermutlich ist es ja gar kein Problemchen.." 
Worauf ich ihm antwortete: "Nicht, dass es noch womöglich ein ProbLEM ist??
Er starrte weiterhin auf seinen Monitor und tippte irgendwas ein und fragte: "Heißt ihr Mann E.?"  (Häh?)
Ich bejahte es.
Er schaute weiter und sagte mit einem Grinsen "Alles ok, kein Problemchen!"

Ich dachte mir : Boah, jetzt hätten sie mir wieder fast einen Herzinfarktchen eingejagt, sie Ärschchen!

Dann hatte ich ihn in endlich in der Hand. So ein kleines Ding. Ein Kärtchen

Ich bedankte mich und beim Rausgehen wünschte ich ihm noch einen schönen Tachchen.




PS: Zu Hernn Sowieso kam ich nicht, weil er heute leider nicht anwesend war. Außerdem möchte ich erst auf die Benachrichtigung  der Anwältin warten, dass sie die schriftliche Bestätigung von ihm erhalten hat.
Sicher ist sicher.


Freitag, 6. Dezember 2013

Nikolaus, gib mir Wasser!



(Der Nikolaus war schließlich ein Türke und trinkt natürlich gerne  "cay", ist ja wohl klar.. )



Letztes Jahr zum Nikolaus  gab es ja diesen  Beitrag von mir. Diesmal gibt es eine Geschichte , die uns mein Papa mal erzählt hatte. Wir mussten alle so lachen darüber, obwohl der Hintergrund jetzt nicht unbedingt lustig war.

Denn mein Papa hatte mal einen Unfall gehabt, mit dem Auto. Es war Gott sei Dank nichts passiert, er  kam nur mit einem großen Schrecken davon. Es war an einem 6. Dezember. Damals lebten meine Eltern noch in Deutschland.

(aber natürlich nicht nur cay...)
 


Vorher muss ich euch noch folgende Info geben:

Bei uns Türken, gibt man jemandem, der einen großen Schrecken oder Angst bekommen hat, egal wonach auch immer (ganz besonders Menschen, die einen kleinen Unfall hatten) sofort ein Schluck Wasser. Ist so.
Als Kind hab ich es nie so richtig verstanden, kannte es aber auch nicht anders. Ich denke mal, damit die Person sich wieder sammeln kann, oder warum auch immer. Und Menschen bekommen ja auch  meist einen trockenen Mund, wenn sie sich aufregen, vermutlich auch deswegen.

Mein Papa hatte also einen kleinen Unfall überstanden, stieg aufgeregt aus dem Auto und  nach einer Weile rief  er (wohl noch unter leichtem Schock) : "Wassa! Gib miye Wassa!"  Er konnte es wohl nicht begreifen, dass nicht  sofort jemand damit zu ihm kam, unmöglich! Und ich muss bemerken, dass mein Papa nicht so sehr mit coolness gesegnet  ist, er neigt oft  zum Dramatisieren.

(wenn der Nikolaus in der Türkei durch den Schornstein kommt...)


Die Leute, die sich am Straßenrand versammelt  hatten, hatten natürlich kein Wasser bei sich.
Und vor allem waren sie bestimmt überrascht von dem Mann, der gerade einen Unfall hatte und als erstes nach Wasser rief. Die müssen sich wohl gedacht haben :" Hä? Wieso schreit der jetzt nach Wasser? Oh Gott der Arme... das muss der Schock sein"
Mein Papa aber, völlig enttäuscht darüber, dass ihm keiner einen Schluck Wasser gebracht hat (wenigstens der Mann am Kiosk), lehnte sich an's Auto und verstand die Welt nicht mehr.  In dem Moment kam ein Mann auf ihn zu, der als Nikolaus verkleidet war und bot ihm ein Bonbon an. Er meinte es ja gut. Klar, der Nikolaus persönlich.
Mein Papa schaute erst das Bonbon und dann den Nikolaus an und sagte :  "Nayn, nix Bombom, Wassa bitte!"
Dann kam auch schon bald die Polizei, usw.

(der türkische Nikolaus in der Mittagspause)


Zuhause, als mein Papa uns die Geschichte erzählte, waren wir natürlich froh, dass er unversehrt davongekommen war, aber mussten so lachen über die Wasserstory. Im Nachhinein musste er selbst darüber lachen.

Als er sagte, dass niemand ihm Wasser gegeben hat, sagte ich: "Babaaa... in der Liste der Deutschen, kommt 'der Unfallperson ein Schluck Wasser reichen' eben erst NACH  'Polizei u. Krankenwagen rufen' und 'den Verletzten helfen' ...und es ist noch keiner an Mundtrockenheit gestorben."

(Bei uns in der Türkei ist es nämlich ganz anders am Unfallort. Zuerst wird dem Verletzten -falls er bei Bewusstsein ist- ein Schluck Wasser gegeben, dann wird er mit mindestens 6 Personen -jeder an dem Verletzten zerrend-  in ein Auto gepackt und ihm erstmal zusätzliche Verletzungen zugefügt, soll sich ja schließlich lohnen, ihn ins Krankenhaus gebracht zu haben. Da der Verletzte es eh nicht schaffen wird, bis der Krankenwagen kommt - das überleben nur die wenigsten beim dem Verkehr-  wird er lieber gleich von den Leuten vor Ort dahingefahren. Wenn er Glück hat, kommt er lebend dort an. Wenigstens hat er dann vorher noch was gesehen.)

("Bim" ist eine berühmte türkische Supermarktkette)
 


Aber wenigstens der Nikolaus hätte es machen können, fand mein Papa. Der sei ja schließlich ein ursprünglicher Türke. 

Mein Bruder lachte: "Ob du, wenn es Ostern wäre, wohl einem Osterhasen begegnet wärst?"
Meine Mutter: "Mit einem Ei hätteste aber auch nicht viel anfangen können"
Mein Papa: "Ja, macht euch nur lustig darüber!"

Der Unfallort ist nun mal kein Wunschkonzert, nech? Auch an Nikolaus.





Apropos. Hier mal ein wunderschönes und lustiges Video von  dem  Manzara Istanbul -Team, was ich bei der lieben Katja entdeckt habe. Die türkische Version von "Kling Glöckchen kling". Ey, voll krass türkisch sound!



KLICK!



 Wünsche euch allen einen schönen Nikolaustag!


Mittwoch, 4. Dezember 2013

Türkische Rezepte (19) - Firinda sigara böregi -Fetakäseröllchen im Backofen


Ich habe letztens irgendwo erwähnt, dass ich hier in meinem Blog meist nur leichte bis mittelschwere Rezepte zeige, weil es ja eigentlich nur für meine deutschen Leser und Leserinnen gedacht ist. Einfach nur um die bekanntesten  und traditionellsten Gerichte vorzustellen, damit jeder, der danach sucht, es auch nachkochen kann. Für meine türkischen Leser sind die meisten Rezepte natürlich mega einfach und nix besonderes. Deswegen möchte ich das hier nochmal betonen. Irgendwann, oder mal zwischendurch werden evtl. auch schwierigere Rezepte auftauchen, um einfach nur mal zu zeigen, dass es sie auch gibt und wie sie zubereitet werden.

Montag, 2. Dezember 2013

Türkische Rezepte (18) : Yayla corba / Almsuppe



Yayla corba stammt ursprünglich von den Yaylas, den Hochebenen, auf denen die Bauernfamilien im Sommer mit ihren Tieren/Herden leben.
Ich liebe diese yaylas und bin in jedem Urlaub sehr gerne da. So sieht es auf unserer yayla aus:


Dies ist übrigens der berühmte Baum,  an dem mein Vater meine Mutter entführt hatte...damals. Von dieser "haarsträubenden" Geschichte hatte ich in diesem Beitrag mal erzählt.