Montag, 16. Dezember 2013

Nebenjob, ich bin bereit!


Ich habe den Mini-Job! Am Montag, also morgen werde ich den Vertrag unterschreiben.
Am Freitag habe ich dort einen Tag hospitiert. Ich kenne hospitieren nur als "mitgehen, reinschnuppern, beobachten", aber ich habe den ganzen langen Tag wirklich malocht. Und das mit 1,5 Überstunden! Ohne Pause, hab mein Butterbrot erst Zuhause essen können. Ey, Alter!

Also, dass hospitieren ja nicht bezahlt wird,
weiß ich. Aber dass man 1,5 Stunden länger bleibt, ohne Pause zu machen, das fand ich schon krass für so einen Hospitationstag. Ich weiß nicht, ob ich es morgen ansprechen soll, bei dem Termin mit der Pflegedientsleiterin, oder ob es nicht angebracht wäre. Was meint Ihr? Njala, Du kennst Dich da bestimmt besser aus, oder?
Der Dienst sollte von 13 - 20:30 Uhr gehen, sagte man mir, aber ich bin erst um 22:05 da rausgekommen.
Ok, die Pflegerin sagte mir irgendwann, ich könne schon gehen, wenn ich wollte, aber sie alleine lassen mit der ganzen Arbeit wollte ich nicht. Wir waren nämlich nur zu zweit, den ganzen Nachmittag. Nur sie und ich.

Sie sagte mir , dass es nicht immer so wäre. Bin mal gespannt.
Nicht besonders nett fand ich es auch, als sie mir beim Abschied nichts gesagt hat. Ich habe mich bei ihr bedankt und ich an ihrer Stelle hätte wenigstens ein paar nette Worte gefunden und mich wenigstens auch bedankt und irgendwas wie "jetzt musstest du aber gleich am ersten Tag so lange bleiben...danke , dass du geblieben bist...war nett" oder sowas ähnliches gesagt. Zumal ich wirklich ziemlich fleißig und selbstständig war. Am Abend, bei der Pflegedokumentation musste ich sie an einige Dinge und Zahlen erinnern, woran sie sich nicht mehr erinnern konnte (z.B.den Zuckerwert oder das Gewicht von dem einen oder anderen Patienten) . Sie sagte nur einmal "oh, du hast aber ein sehr gutes Gedächtnis" und einmal sagte sie, als ich sie darauf aufmerksam machte, als sie gerade für jemandem ein Medikament vorbereiten wollte, dass für eine andere Patientin vorgesehen war: "Oh, gut aufgepasst! Ich hätte es zwar auch noch bemerkt..."

Oder wollte sie mich etwa nur testen?...

Klar, ich bin keine junge, unerfahrene Auszubildende oder so, aber ein paar anerkennende und freundliche Worte beim Abschied wären schon nett gewesen, unter den Umständen. Vielleicht bin ich auch etwas empfindlich was solchen EQ-Kram angeht. Ich erwarte von meinem Gegenüber immer das Verhalten, was ich auch selbst zeigen würde. Sollte man nicht immer...ich weiß.

Na ja, Fakt ist, der Job ist echt die reinste Knochenarbeit. Nicht nur das, auch eine große seelische Herausforderung.
Bei  einem Sensibelchen mit weichem Herz, der noch dazu nahe am Wasser gebaut ist wie ich,  war es natürlich klar, dass sie erstmal -als sie Zuhause war- eine Runde geheult hat. Musste alles erstmal verdaut werden, die Ereignisse mit den Patienten, die Umstände, die Lebensgeschichten...das ganze Gesehene...

Und was mir nochmal sehr klar wurde, obwohl ich es ja vorher auch schon wusste und so gedacht hatte: Altenpfleger/innen  (besonders die, die es mit Leib und Seele machen) haben meinen allergrößten Respekt! Diesen Job zu machen ist so hammerhart, in jeder Hinsicht. Sie verdienen jeden einzelnen Cent, den sie bekommen...und sollten, wenn es nach mir ginge, viel mehr verdienen.

Wie gut, dass es sie gibt.


Die nächste Zeit werde ich natürlich nicht mehr so viel Zeit haben, um hier und bei euch allen vorbeizuschauen und zu kommentieren. Dafür wird mir die Zeit in Zukunft fehlen, also wundert euch bitte nicht, wenn ich mich zwischendurch mal tagelang gar nicht blicken lasse.
Nur meine Nachtdienste werden mir dafür Zeit lassen. Ich habe jede 2. Woche Nachtdienst und  (hatte bis jetzt immer) jede 2.Woche frei. Diese beiden freien Wochen werde ich jetzt mit dem Nebenjob ausnutzen. Mein Hauptarbeitgeber ist von mir auch schon benachrichtigt worden. Rechtlich spricht ja eigentlich nichts dagegen, aber man sollte den Arbeitgeber schon darüber informieren, wenn man einen Nebenjob annimmt. Dann ist man wenigstens auf der sicheren Seite.
Diese kommende Woche habe ich jetzt erstmal wieder Nachtdienst, man liest sich also noch!
Jetzt werde ich endlich mal wieder eine ausgiebige Blogrunde machen.


Kommentare:

  1. das hört sich aber grade nicht einladend an. Zumal so ein Schnuppertag wirklich nicht mit so viel "Überstunden" belohnt werden sollte. Komisch. Ich hoffe es gefällt dir länger, ich kenne jede Menge Leute die nach ein paar Wochen alles hingeworfen haben. Weil es zuviel und zu emotional war. Also drück ich dir die Pfötchen und hoffe du vergisst mich nicht ganz *auf-blog-deut-und-taschentuch-auswring* ;)

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  2. Weia, abgesehen davon, dass sich die ganzen Begleitumstände nicht sehr einladend anhören, beunruhigt mich, dass die erfahrene Kraft einige Fehler gemacht hat... Ich teile Deine Meinung, Altenpflegerinnen und überhaupt Pflegerinnen sollten viel mehr verdienen, und vor allem sollte genügend Personal zur Verfügung stehen, allein um diese Unaufmerksamkeiten zu vermeiden... Bin gespannt, was Du weiter zu berichten hast!

    LG,
    Corinna

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  3. Das dachte ich auch... klingt nicht gerade einladend und alles andere als gut. Die Hospitation kenne ich nämlich auch nur als das, was du beschrieben hast. Ich hoffe sehr, dass das ein Ausrutscher war und auch, dass dich die "verpeilte" Kollegin testen wollte. Blutzuckerwerte "vergessen" und ein Medikament "vertauschen"?

    Da hast du dir wirklich einen knallharten Mini-Job ausgesucht. Sehe es ebenso: Die Arbeit der Altenpfleger/innen kann gar nicht genug gewürdigt werden. Ich liebeäugele phasenweise immer mal wieder damit, ehrenamtlich in einem Kinderhospiz mitzuarbeiten - so das gerade gebraucht wird. Und dann wird mir klar, dass ich nicht mal die Bilder aus der Kinderintensivstation richtig verarbeiten konnte und stelle fest, dass ich wohl noch "zu schwach" dafür bin.

    Egal, ich drücke DIR die Daumen, dass du das packst und ziehe meinen Hut vor dem Päckchen, dass du dir jetzt freiwillig auf die Schultern lädst. ;)

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  4. Ich werde dich und deine lustigen Geschichten vermissen :( Aber trotzdem hoffe ich für dich , dass die neue Aufgabe dich erfüllt und du glücklich mit deinem Nebenjob wirst. Ich bin ganz deiner Meinung, Altenpfleger, Krankenschwester, Ärzte etc. das sind in meinen Augen die Leute, die viel Verdienen müssen, weil sie einen sehr Verantwortungsvollen und harten Job ausüben (nicht diese geldgierigen Bänker und Konsorten...) Bye bye Ayse, besuche mich ab und zu. Selamlar

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  5. Filinchen
    O je... das klingt wirklich nicht nach einem Heim, in dem man sein Lebensende verbringen möchte Eine völlig überforderte (?) oder gleichgültige Pflegerin. Ich hoffe mal, daß sie wirklich Dich nur testen wollte. Zwei Kräfte auf der ganzen Station?

    Icvh habe in den letzten Jahren Einblick in den Alltag im Pflegeheim gehabt und ich muß sagen, daß es Übermenschliches ist, was die Schwestern dort leisten. Man kann das gar nicht genug anerkennen und solche Arbeit sollte sehr gut entlohnt werden. Es ist kein Wunder, daß viele diese Arbeit nicht langfristig ausführen können, die emotionale und körperliche Belastung ist schon extrem.

    Darum finde ich es umso bewunderswerter, daß Du freiwillig diese Bürde auf Dich nimmst. Solche Menschen brauchen wir in der Pflege, leider sind sie sehr selten. So gesehen, braucht man dort jemanden wie Dich, der nicht so ein Verhalten wie diese "Dame" an den Tag legt. Kein Zeichen der Dankbarkeit; ich fasse es nicht. Ich wäre ehrlich gesagt ziemlich sauer gewesen. Für solch ein Engagement bedankt sich doch ein ziviliiserter Mensch!

    Ich bin doch sehr überrascht über diese lange Schicht, die Du dort arbeiten wirst. Das entspricht doch einem Vollzeitjob. Hoffentlich mutest Du Dir nicht zuviel zu.

    Ganz liebe Grüße!

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  6. Herzlichen Glückwunsch Aysem! Das freut mich ja nun sehr dass Du den Job bekommen hast. Die hätten auch keinen besseren bekommen können, kurz gesagt "gute Entscheidung!" Ach ha jee aber es hört sich nicht einfach an. Ich wünsche Dir auf jedenfall sehr viel Kraft. Du machst das Beste draus da bin ich mir hundert pro sicher :-)
    Mucuksss...

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  7. Erst mal Glückwunsch, dass Du den Job bekommen hast. Ob er das Gelbe vom Ei ist wirst Du selbst herausfinden. Manchmal ist ja ein mieser Start besser, als ein guter. Ich spreche da aus Erfahrung. ;) Wenn Du aber merkst, dass Du es nicht packst, sowohl körperlich, als auch seelisch, und wenn Du Dich ausgenutzt fühlst, solltest Du aufhören.

    LG

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  8. Hallo an alle! Lieben Dank für eure Kommentare. Habe heute den Vertrag unterschrieben und einige Dinge angesprochen , die mir auf der Seele brannten. Die Personalleiterin ist schon sehr freundlich und sympathisch, aber die Antworten überzeugten mich jetzt nicht wirklich. Ich muss mich wohl schon darauf einstellen, dass ich zwar als Aushilfskraft bezahlt werde, aber durchaus alle Tätigkeiten einer Fachkraft leisten muss.
    Hm.... hört sich jetzt alles nicht so entspannt an, aber die 6 Arbeitstage im Monat werde ich wohl überleben. Das blöde und besonders unangenehme für mich ist, dass ich zwar ausgebildete Krankenschwester bin, aber seit meinem Examen in der Kinderosychiatrie arbeite und seitdem eigentlich aus der Pflege raus bin. Von vielen Tätigkeiten , die ich dort machen muss, hab ich absolut keine Ahnung und hab es seit Ewigkeiten nicht mehr oder gar nicht gemacht (z.B. subkutane Infusionen anlegen, subkutane Spritzen etc.)
    Aber ich bin motiviert alles schnell zu lernen und mich schnell einzuarbeiten. Mal sehen, ob ich es packe.

    Ich habe im Gegensatz zu den meisten das Glück, es mir leisten zu können (falls mir alles zu viel wird) zu sagen: "Hab kein Bock mehr, ich hör auf, tschüss"
    Diese Gewissheit ist schon ziemlich beruhigend.
    Und mein eigentlicher Job , den ich seit langen Jahren ausführe, ist für mich sowas von leicht verdientes Geld, dass es evtl. gar nicht so schlecht ist, mal eine Herausforderung zu bekommen. Soll ja eh nicht für immer sein.

    LG
    Ayse

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  9. Alles Gute. Wünsche dir viel Geduld und Kraft für die neue Arbeit. Neziha

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  10. Ich hoffe immer noch, dass das Ganze eine Satire ist. Oder wird dort durch das versehentliche Vertauschen von Medikamenten das sozialverträgliche Frühableben gefördert?

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    1. Liebe anonyme Person (ich verstehe manchmal wirklich nicht, warum man nicht wenigstens irgendeinen Namen wählt) manches ist tatsächlich tragikomisch dort. Aber wir sind alle nur MENSCHEN und machen nun mal Fehler. In jedem, aber auch JEDEM Beruf können Menschen Fehler machen (wie auch Ärzte z.B.), leider auch in diesem. Sie machen es bestimmt nicht mit Absicht (wäre ja noch schöner), sollte/dürfte nicht passieren, KLAR, aber keiner kann sich davon freisprechen.

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  11. Alles Gute im neuen Job! Mein Sohn hat auch ein Praktikum im Altenheim hinter sich, du hast dir da wirklich den härtesten aller Nebenjobs ausgesucht.. Pass bitte soweit auf dich auf, dass du aufhörst, wenn es dir nicht gefällt, bevor es dich auffrisst. Und: Nochmal, Hut ab! :-)

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    1. Darauf kannste Dich verlassen:) Danke!

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  12. Respekt, wirklich. Ich wäre nur am Heulen, wenn ich immer das Elend der alten und vor allem einsamen Leute sehen müsste. Alles Gute für den Job und dass du alles gut schaffst.
    LG Susann

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  13. naja, es hätte schlimmer kommen können.... als Küchenhilfe zum Beispiel.
    Die haben es auch nicht leicht...
    Blödsinn - ist natürlich kein Vergleich!
    Hütchen ab. Das ist wirklich eine Herausforderung und dabei auch noch eine gute Tat, finde ich.
    Ich wünsche Dir auch alles Gute und freu mich auf Deine Nachtschichten,
    lieben Gruß vany

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