Samstag, 28. September 2013

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte...


Kurt Tucholsky hat mal geschrieben:  "Es gibt Beschreibungen, die die Bilder übertreffen, aber das ist selten. Es gibt hunderttausend Fotografien, die den besten Schilderer übertreffen, das ist die Regel."


Ich liebe Fotografien. Sie können manchmal so unscheinbar , so einfach, aber gleichzeitig so faszinierend und beeindruckend sein. Das faszinierende daran ist, dass ein einziges Bild manchmal Bände sprechen kann.

Es gibt so viele Bilder, die um die Welt gingen, wir kennen sie alle. Hier noch ein paar andere, die ich interessant, lustig, erschreckend und/oder sehr bewegend finde. Bei einigen sind es eher die Geschichten, die dahinter stecken.


England, 1938. Ein gasgeschützer Kinderwagen.



Anette Kellermann. Die Schwimmerin zog diesen enganliegenden Einteiler an, und wurde 1907 wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses festgenommen.


1947,  Evelyn McHale , die sich einen Monat vor ihrer geplanten Hochzeit , aus dem 83. Stockwerk des Empire State Building, in den Tod stürzte. Dieses Bild, so makaber es auch klingt, ging als "the most beautiful suicide" um die Welt.



Käfige, die für Babys und Kleinkinder angefertigt wurden, damit sie in den Hochhäusern frische Luft und Sonnenlicht bekamen (1937)



Eine Werbung für ein Medikament gegen Malaria, "Atabrine", während des zweiten Weltkrieges.



Eine Aufnahme während der Schlacht um Saipan, 1944



London, 1940. Ein kleines Mädchen sitzt vor ihrem Haus, das von Bomben getroffen wurde.




Die ersten Anfänge eines Solariums.  "Tan-to-go", sozusagen.



Frauen, die  sich nicht an die vorgeschriebene Badeanzuglänge hielten, wurden bestraft. 1920



Martin Luther King (mit Sohn), der ein verbranntes Kreuz , was er in seinem Garten findet, entfernt. 1960



Ein Hotelbesitzer schüttet Säure in einen , von Schwarzen benutzten, Swimmingpool. 1964



Eine Mutter beobachtet mit ihrem Sohn einen Atomwaffentest in Las Vegas, 1953




Chicago, 1948. Eine Mutter, die ihre Kinder verkaufen möchte (wahrscheinlich muss), versteckt ihr Gesicht.



Ein Weihnachtsessen in der Kriegszeit...



Aufnahme von ein paar Princton University Studenten, nach einer Schneeballschlacht, 1893. (Ja, sowas kann ins Auge gehen)




Der erste Tag, an dem Schweden (1967)  den Rechtsverkehr einführte. Bis zu diesem Tag gab es dort Linksverkehr.



Der Affe, der an einer erfolgreichen Reise in den Weltall teilnahm. Jep, so sehen Gewinner aus!



...und the last, but not least... dieses Bild hat es mir ganz besonders angetan. Ich musste es mir immer und immer wieder, ganz lange anschauen. Ein kleiner Junge aus Österreich, während des zweiten Weltkrieges. Er  ist gerade überglücklich über seine neuen Schuhe, die er geschenkt bekommen hat.
Ich muss an die heutigen Kinder denken, die alles haben und kriegen, denen es an nichts fehlt, die sich aber über neue Sachen (eben gerade deswegen) nicht annähernd so freuen können, wie dieser Junge über die Schuhe... Es ist alles so selbstverständlich für sie, und das finde ich manchmal schade. So schade...

Kommentare:

  1. Wow, einfach nur wow.
    Dass die Kinde rheute alles so selbstverständlich betrachten kann uns aber auch erfreuen. Sie müssen nicht so viel verzichten wie das Generationen vor ihnen taten. Dankbarkeit kann man ihnen auch beibringen. Dank Hartz4 und Billigstlöhne haben wir trotzdem leider sehr viele Familien, die ihren Kindern auch nicht immer jeden Wunsch erfüllen können und selbst auf ein Paar neue Schuhe sparen müssen. Insofern brauchen wir heutzutage keinen Krieg, um Verzicht zu üben...

    DIe übrigen Bilder sind großartige Zeitzeugen. Von Rassendiskriminierungen über Kriegsgeschehen vor, während und nach dem Krieg, Wissenschaft, Emanzipation, Schicksale...

    Ich mag Fotographien auch sehr und je älter ein Photo ist, desto interessanter ist es. Bilder können sich in unsere Köpfe einbrennen, wie es kaum ein Liedtext kann. Ich muss nur sagen "Hiroshima" und viele werden das Bild dieses nackten Mädchens vor Augen haben, das weinend flieht und so viel Elend und Bestialität widerspiegelt.
    Es ist schon irre. Und auch heute gibt es so unglaublich gute Photographien. Leider übersehen wir in der Masse manchmal diejenigen, die genau das Potenzial haben wie die, die du hier gepostet hast.

    Hach jetzt hab ich Lust Fotoarchive zu durchstöbern.
    Übrigens: Bei uns gibt es jedes Jahr eine kostenlose Ausstellung in der Goethe-Galerie von den besten Photographien des Jahres (nach National Geographic.)
    Großartig!

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    1. Filinchen
      Ich glaube, Du hast da etwas verwechselt. Vermutlich meinst Du das so verstörend wirkende Bild von dem mit Napalm verbrannten Mädchen aus Vietnam.

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    2. Oh ja danke. Sorry, da war ich irgendwie völlig banane. O.o

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  2. Die meisten dieser Bilder habe ich vor kurzem auch gesehen und sie haben mich genauso beeindruckt.. jetzt auch noch einmal. Wenn man sich das mal vorstellt.. sooo lange ist das alles noch gar nicht her!
    Danke fürs nochmal zeigen :-)

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  3. Hammer .... 1000 Dank, sehr interessant!!
    Ganz liebe Grüße
    Bettina

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  4. Das sind wirklich ganz tolle Momentaufnahmen! Besonders gefällt mir die der Schwimmerin. Stell dir doch mal vor heute würde jede Frau die die Rocklänge oder Badeanzuglänge nicht einhält bestraft. Dann kämen die Ordnungshüter vor lauter Strafzetteln zu nix andrem mehr. Anette Kellermann find ich allerdings weit ihrer Zeit voraus. Die wusste sicher damals schon, dass sie schneller ist mit den eng anliegenden Schwimmsachen.
    Gruslig find ich allerdings die Dame, die sich aus dem Hochhaus gestürzt hat und den Spinner der die Säure in den Pool gekippt hat. Wenn man sich vorstellt, dass solche Weltanschauungen sich bis heute in den Köpfen so mancher Menschen hält, da möcht man am Liebsten gar nimmer drüber nachdenken.

    Hab noch einen schönen, restlichen Sonntag!

    Viele, liebe Grüße,
    N.

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  5. Herzergreifende Bilder, teilweise musste ich den Kloß im Hals wegschlucken. Ja, wir haben es heutzutage in der westlichen Welt vielerorts zuuuu gut. Alles ist selbstverständlich und man bemitleidet sich selbst wegen Sachen, die im Grunde oberflächlich sind und auch ohne Bedeutung. "Meine Eltern schenken mir den Führerschein nicht", "Warum verreisen wir nur einmal im Jahr? Die anderen können es öfter.", "Ein Wii-Spiel bitte zum Nikolaus"... Blablabla... Verwöhnte Kapitalisten sind wir, jawoll! :D

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  6. Ja, da kann ich dir bei all dem nur beipflichten: auch ich liebe Fotografien. Sie sind Zeitzeugen, genau so wie sie es uns ermöglichen einen flüchtigen, vielleicht auch besonderen Moment fest zu halten. Der Junge mit den Schuhen... erinnert mich an die Geschichte meines alten Herrn, als er sein einziges Spielzeug, einen kleinen Ball, geschenkt bekam. Da er sich garnicht auskannte mit dessen Eigenschaften, war er mehr als entsetzt, als dieser nach dem ersten Wurf in einem undurchdringlichen Dickicht landete. Weg! Er weinte tagelang. Ersatz gab es nicht.

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  7. Filinchen
    Seltsam, mein Kommentar ist in den Weiten des Netzes untergegangen. Nur kurz nochmals - sehr beeindruckend und berührend - Danke Ayse.

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  8. Jedes Bild zum ganz viel nachdenken gut. Und es kann auch weh tun dabei.
    Aber gut ist. Man sollte es nicht vergessen.
    Danke Ayşem!
    Mucuks...

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  9. eine tolle Auswahl, danke!!
    herzliche Grüsse!

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  10. Da entfährt mir wieder ein "wow" ... beeindruckende Bilder, die niemanden kalt lassen können *schluck*
    Ich habe keinen Favoriten für mich ausmachen können, da sind so einige, die Potential dazu haben.

    Die Bilder haben mich echt gerade etwas nachdenklich gemacht.

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  11. Ich stöbere gerade ein wenig in deinem schönen Blog........ die Bilder sind sehr berührend. Tolle Sachen findest du! (den Einkaufstzettel 'oben') für den Mann finde ich ja auch köstlich.
    LG
    Christine

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