Sonntag, 2. Dezember 2012

Schuluniform ade. Oh je, oh je....



Vor ein paar Tagen wurde in der Türkei die Schuluniform abgeschafft. Dies führte seitdem zu heftigen Diskussionen und stößt auf Kritik- zu Recht!

Was dieses Thema betrifft mögen die Meinungen auseinandergehen, aber  ich finde auch, dass dies eine Fehlentscheidung der Regierung ist.  Auch wenn es Argumente gegen die Einheitskleidung gibt, wie z.B.:


-Kosten: Schuluniformen sind oft teuer und die Schuluniform muss zusätzlich angeschafft werden

-Förderung der Geschlechterrollen: Da es meist unterschiedliche Uniformen für Mädchen und Jungen gibt, fördert dies bereits früh spezifische Geschlechterrollen

-Die freie Entfaltung der Schüler wird eingeschränkt

finde ich die Argumente, die dafür sprechen, viel ausschlaggebender und wichtiger:

-Stärkung des Gemeinschaftsgefühls unter Schülern

-Marken-Mentalität: Es ist Schülern an der Kleidung nicht anzusehen aus was für sozialen Verhältnissen sie stammen

-Stärkere Identifikation mit der Schule





Es gibt in der Türkei sehr große Unterschiede zwischen den Schülern und ihren wirtschaftlichen Verhältnissen. Viele Eltern haben schon so Probleme genug, finanziell über die Runden zu kommen. Von jetzt an werden sie und ihre Kinder zusätzlich belastet, weil  sie täglich überlegen müssen : "Was ziehe ich HEUTE an?" Der finanzielle Druck für die Eltern und der psychische Druck für ihre Kinder wird enorm steigen. Die Klassenunterschiede werden noch mehr zum Vorschein kommen, die Hänseleien und Ausgrenzungen werden  begünstigt.

Eine Verwandte von mir, klagte mir gestern ihr Leid am Telefon: "Wir hatten schon manchmal Probleme mit der Uniform, mit meiner pubertierenden Tochter, und jetzt sollen wir uns auch noch überlegen, welche Klamotten sie jeden Tag dort anziehen soll? Kinder können untereinander sehr grausam sein...Der ganze Markenklamotten-Wettbewerb...ich darf gar nicht dran denken....die Schule ist doch kein Laufsteg! Wir hatten es so gut damit, und jetzt geht diese Quälerei los....wir sind alle total wütend und besorgt darüber"

Recht hat sie. Das hätte nicht sein müssen. In der Schule eine Einheitskleidung zu tragen, war für viele Eltern und Kinder eine Erleichterung. In ihrer Freizeit konnten sie ja immer noch das tragen, was sie wollten und sich kleidungstechnisch "entfalten". Das hat jetzt ein Ende.

Aber gänzlich ohne Einschränkung ist die Kleiderwahl  dann doch nicht- nein.
Denn einige Vorschriften gibt es dennoch:

-es darf keine durchsichtige und vor allem enganliegende, körperbetonte Kleidung getragen werden. Dies bezieht sich  NATÜRLICH nur auf die Mädchen. Sie dürfen auch keine "aufreizenden" kurze Röcke tragen, schon gar nicht mit Schlitz. (Denn so kleine, junge Schulmädchen, die enge Kleidung tragen, können ja SO betörend und verführerisch sein....da könnt ich so'n Hals kriegen und k*tzen, ehrlich!)

-aber in den religiösen Schulen und im Religionsunterricht "dürfen" die Mädels ab jetzt Kopftücher tragen. (ah ja...)

-Hemden ohne Ärmeln, T-Shirts mit Trägern ist auch tabu. "Viel" Haut zeigen geht sowieso nicht, ist eh Sünde.

Und noch einiges mehr...

Ich traue der Erdogan-Regierung  nicht im geringsten. Mich würde es überhaupt nicht wundern, wenn er sich (wie bei so vielem, das er verändert hat) nicht den gleichen Hintergedanken hat. Sie haben nur ein Ziel:
Den von Atatürk eingeführten Laizismus abzuschaffen und aus der Türkei irgendwann (schleichend, wie zur Zeit) einen islamischen Staat zu machen, wie z.B. Iran oder Irak.
Wie Alice Schwarzer mal so treffend formulierte: "Erdogan ist ein Wolf im Schafspelz"
Wie recht sie hat(te).

Kommentare:

  1. Ich habe es auch gelesen und war erstaunt. Ich wäre froh, wir hätten hier Uniformen. Genau aus den von Dir genannten Gründen.

    LG

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  2. Es würde auf jeden Fall nicht schaden, wenn es das hier auch geben würde. Ganz im Gegenteil...

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  3. Bezüglich Erdogan hab ich die gleichen Sorgen wie Du! Kannst Du als Türkin ihn eigentlich abwählen? Hast Du n Wahlrecht für die Türkei?
    Durch die Erlaubnis, das Kopftuch zu tragen (was ja bislang soweit ich weiß verboten war) werden es vermutlich auch einige Mädchen von daheim aus tragen _müssen_ oder?

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    1. Ja , ich habe die doppelte Staatsbürgerschaft und somit ein Wahlrecht, aber meine Stimme reicht leider nicht aus. In meinem Land gibt es einfach zuviele Menschen, die für 'Gehirnwäschen' anfällig sind, die durch die Religion "zu kriegen" sind und die einige Realitäten und Gefahren durch diese Regierung nicht erkennen können bzw. wollen.
      Das Volk wird geblendet. Dass die Wirtschaft (angeblich) blüht und vorangetrieben wird, die Infrastruktur verbessert wurde...all das ist ein Köder. Mittel zum Zweck. Denn sein einziges Ideal ist die Islamisierung.

      Leider geht sein Plan auf. Er wird immer wiedergewählt. Die Menschen werden regelrecht bestochen vor den Wahlen, mit Geld-/Goldgeschenken, Kohle für den Winter ect. Möchte gar nicht wissen, was da sonst noch läuft, hinter den Kulissen. Ich sag ja...leider ist der größte Teil unseres Volkes ungebildet, naiv und anfällig für solche Verblendungen.

      Das tragen des Kopftuches ist außerhalb der religiösen Schulen und des Religionsunterrichts weiterhin tabu. Aber das ist ja auch wieder mal so ein Anfang (in vielen Schulen sind Bilder von Atatürk ja schon verboten mittlerweile) und die Religion nimmt immer mehr Überhand im Land (was Atatürk ja immer versucht hatte zu vermeiden mit dem Laizismus = Trennung von Kirche und Staat)

      Deswegen müssen die Mädchen aber Zuhause auch kein Kopftuch tragen. Wenn, dann müssen sie es eh wegen ihren streng religiösen Eltern, die darauf bestehen. Unabhängig von dieser neuen Regelung.

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    2. Dass Deine Stimme alleine nicht reicht hab ich schon fast befürchtet ;-)
      Ist es in der Türkei nicht auch der Job vom Militär den Laizismus zu schützen?

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    3. Isch hab datt smiley verjessen:)

      Militär! Hah, GUTE Frage!
      Die nämlich, versucht Erdogan schon seit längerem systematisch zu entmachten (3 x darf man raten, warum). Da gibt es das sogenannte "Ergenekonverfahren", in dem etlichen aktiven und pensionierten Offizieren einiges zur Last gelegt wird. Gegen sie wurde Haftbefehl erlassen.

      Aber mal abgesehen davon, finde ich das türkische Militär auch nicht gerade demokratisch. Aber das würde uns jetzt wieder zu weit führen. Sehr brisant alles...

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    4. Was ich noch hinzufügen wollte...
      Hier ein Zitat von Erdogan, der für sich spricht:

      "Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten."

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  4. Bin auch ein Befürworter der Schuluniform, genau aus den von dir aufgeführten Gründen. In der Türkei kommt vielleicht noch hinzu, dass auch religiöse Unterschiede nicht gemacht werden konnten. Fällt jetzt ja auch weg.

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    1. Ich befürchte, es geht eigentlich nur um DAS. Die religiösen Unterschiede immer eindeutiger zu erkennen. Ich bin wirklich ernsthaft besorgt, wie sich das ganze noch weiterentwickeln wird. Wie weit sie noch kommen werden und wie weit sie sich nähern werden an ihre Ziele...und ich habe kein gutes Gefühl...

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  5. Ich bin ja der Meinung, dass man Toleranz durch das tragen einer Schuluniform nicht erzwingen kann. Soziale Herkunft wird von Kindern sehr schnell ausgelootet ganz unabhängig von der Kleidung.
    Man mag nun argumentieren, dass man es Kindern ja auch schwer machen kann, ich jedoch bin der Ansicht früh übt sich, wer ein Meister der Toleranz und sozialen Verhaltens werden will.
    Lieben Gruß

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    1. Mit Deiner Meinung magst auch Du Recht haben Njala, aber warum das ganze abschaffen, wenn man sich daran schon eh gewöhnt hat? Warum sollte man es den Kindern denn wirklich schwer machen, wenn es doch so prima läuft und für die Mehrheit das Beste ist?

      Andere Abgrenzungen, Konflikte wird es ja schon zu Genüge geben in der Schule, unter den Kindern. Warum also noch ein zusätzliches Problem bereiten?
      Welches Kind möchte denn der schlecht angezogenste in der Klasse sein? Oder zusehen, dass es immer gut gekleidete Klassenkameraden in der Klasse gibt, und man selber nur mittelmäßige bzw. unterdurchschnittliche Kleidung tragen muss? Das kann man denen doch wirklich ersparen damit, warum also die Kinder und die Eltern zusätzlich damit belasten? Das ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel.

      Man kann es so oder so sehen und wie ich schon erwähnte, es gibt natürlich pro und contra dazu.
      Fair und demokratisch wäre es wenigstens gewesen, wenn man eine Abstimmung darüber gemacht hätte. Das Volk wurde ja regelrecht überrascht damit. (Aber wo und wann wird denn das Volk schon befragt vorher, wenn was beschlossen wird von der Regierung..tss)

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    2. Aber wie definiert sich denn mittelmäßige, schlechte Kleidung? Gerade bei der Kleidung kann man sich doch seinen ganz eignen Stil erarbeiten. Auch mit bescheidenen Mitteln.
      Nur weil man sich an etwas gewöhnt hat oder es Tradition ist, heisst es ja nicht, dass man es nicht mehr hinterfragen sollte/darf. Ich bin da eher ein Freund von Individualismus und auch der Auseinandersetzung zwischen Eltern und ihren Kindern diesbezüglich. Denn von wem lernt man denn diese Werte und das Verurteilen anderer wegen Banalitäten wie Kleidung?
      Das Volk wird glaube in den wenigsten Ländern der Welt gefragt. Demokratie ist ein nettes Aushängeschild ohne Inhalt. Wer die Fäden in der Regel tatsächlich zieht wissen wir ja.
      In der Türkei mag es sein dass man sich bemüht, sich an Europa angepasst darzustellen. Ich muss sagen das verdient ein Stück weit meine Bewunderung, da ich es mir nicht gerade leicht vorstelle.
      Lieben Gruß

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    3. Außerhalb der Schule können sie ja immer noch ihren Stil erarbeiten, das sind sie auch nicht so sehr "angreifbar" wie in der Schule, bei so vielen Mitschülern.
      Ich als Mutter erlebe es auch so oft, dass mein Sohn jeden morgen unbedingt dieses T-Shirt unter jenen Pullover anziehen möchte und unbedingt diese Hose zu diesem Hemd. Wehe wenn es mal nicht da ist, weil es noch in der Wäsche ist oder sonstwas. Bei Mädchen ist es wohl noch anstrengender, wie ich von einigen Freundinnen gehört habe. Es ist definitiv stressiger für beide Seiten, das ist keine Frage.
      Aber ich gebe Dir auch Recht, die Abschaffung der Einheitskleidung hat ja nicht NUR negatives. Ich denke, die Eltern haben da eine wichtige Aufgabe, insofern, dass sie an dem Selbstbewußtsein des Kindes arbeiten, es stärken und unterstützen, sie auf andere Werte aufmerksam machen.
      Aber bei Pubertierenden ist das manchmal wirklich schwierig sag ich Dir:)

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  6. Meine Kinder tragen hier in Dubai eine Schuluniform und ich LIEBE sie. Erstens sind meine beiden noch relativ klein und kommen unheimlich oft total verschmiert aus der Schule zurück - Gott sei Dank nicht in ihren schönen Sachen. Und man spart tatsächlich Geld, weil man viel weniger für andere Kleidung ausgeben muss. Was den Sozialstatus angeht, lässt sich so etwas natürlich nciht ganz mit der Schuluniform vermeiden. Aber es ist auf jeden Fall so, dass ich mir nicht ständig anhören muss, der und der hat das und das, kann ich das auch haben....

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  7. Ich würde es begrüßen, wenn hier mal die Schuluniformen eingeführt würde, eben aus den von dir genannten Gründen. Einheitliche Oberbekleidung, bei der die Schüler Mitspracherecht haben und die Mädchen dürfen wählen, ob Rock oder Hose. Das muss auch gar nicht so spießig sein und statt Hemd und Pullunder gibt's dann eben ein Kapuzenshirt o.ä. Das noch in zwei Farbvarianten und fertig.

    In den Sportvereinen funktioniert der Einheitslook doch einwandfrei und da rede ich nicht nur vom Trikot. Unsere Handballjungs haben alle einen einheitlichen Trainingsanzug, der beispielsweise getragen wird, wenn Wartezeiten überbrückt werden müssen oder sie andere Mannschaften aus dem Verein anfeuern etc. Sie ziehen den gerne und freiwillig an, weil es eben symbolisiert, dass sie ein Team sind. Wobei die Sportsituation natürlich nur bedingt auf die Schule übertragbar ist. ;)

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    1. Irgendwann sollte es in Deutschland auch mal Thema werden , das mit der Schuluniform oder? Aber wurde glaube ich gar nicht erst zur Debatte gestellt. Wäre mal interessant gewesen. Hier würde das bestimmt erst Recht zu heftigen Diskussionen führen. Da gehen die Meinungen ja stark auseinander. Wie gesagt, hat alles so seine Vor-und Nachteile...

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  8. Hinsichtlich des Argumentes, dass durch Tragen einer Schuluniform den SuS (<-- Lehrersprech für das gendergerechte "Schüler und Schülerinnen" *rofl*) ihre soziale Herkunft nicht mehr anzusehen wäre, habe ich andere Erfahrungen gemacht, seinerzeit in UK. Die reicheren Kinder hatten eben mehrere Uniformen im Schrank hängen, die dementsprechend geschont wurden und somit nicht verschlissen aussahen. Außerdem wissen Jugendliche auch fernab von Kleidung ihren sozialen Status vor sich her zu tragen, angefangen bei Accessoires (Schmuck und Co) über die Schultasche bis hin zu sonstigem Kram, wie Federtasche, Stifte, etc.

    Zumindest dieses Argument zieht meines Erachtens also nicht, weil es meiner Meinung nach ein Pseudoargument ist, das aber immer gerne angebracht wird in diesem Kontext.

    Ich gebe auch zu, dass ich generell kein Anhänger von auferzwungener Kleidung bin. Das sind junge Leute. Die sollen sich austoben, so lange sie es noch können. :-) Fetzenjeans, bunte Tücher, Nieten, was weiß ich.

    Hinzu kommt, dass Kleidung allein noch kein Gemeinschaftsgefühl schafft. Gemeinschaftsgefühl, ein echtes WIR, wird eher geschaffen durch entsprechende Lernmethoden ("Kooperatives Lernen" ist quasi DAS Schlagwort derzeit in der Erziehungswissenschaft, nicht erst seit gestern), in denen nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern eben auch soziale Kompetenzen erworben werden.

    Auch eine Identifikation mit der Schule lässt sich zwar durch eine Uniform sicherlich begünstigen, aber viel eher noch ergibt sich diese, wenn SuS in Angelegenheiten und Entscheidungen, die ihre Schule betreffen, mit eingebunden werden. Gestaltung der Klassenräume als auch des Schulgebäudes, Gestaltung des Unterrichts, etc.etc.

    Ich stecke natürlich nicht drin in der Politik der Türkei, und darin, was hinter diesem Anliegen bzgl. der Uniformen noch alles steckt.
    Aber grundsätzlich, jetzt rein auf das Thema Schuluniform bezogen, oute ich mich als ganz klarer Gegner derselbigen.
    (Ich glaube, ich suche gleich mal, ob es dazu Studien gibt. Mich interessiert das jetzt wirklich mal, wie sich das Tragen von Uniformen auf all diese Aspekte auswirkt.)

    :-)





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    1. Wenn ich das so lese, klingt es für mich total überzeugend Hijack, echt jetzt.
      Aber dennoch, wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich mich pro Schuluniform entscheiden. Weil ich es mir einfach als Mutter wesentlich angenehmer vorstellen kann. Wahrscheinlich sehe ich es auch mehr aus den Augen einer Mutter...
      Mir tun einfach die Kinder leid in der Türkei, dessen Eltern wirklich kaum Geld übrig haben für Kleidung und ich weiß wie sich die diese anziehen. Es tut mir einfach in der Seele weh, wenn ich mir vorstelle was sie dadurch für Probleme bekommen können. In der Türkei haben sie alle schon genug Probleme und ich denke, wenigstens das könnte man ihnen ersparen...
      Aber wie ich schon bei Njala erwähnte, sollte man an dem Selbstbewusstsein der Kinder arbeiten. In den Schulen könnte man diese Themen ansprechen, immer wieder andere Werte hervorheben.
      IN den Köpfen einiges ändern, statt äußerliche Veränderungen schaffen. Wer weiß, vielleicht regt es die meistens ja jetzt erst recht dazu an? Ich kann es nur hoffen...

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  9. Ich bin auch ein Verfechter von Schuluniformen, genau aus den von Dir genannten Gründen. Njala hat sicherlich (leider) Recht, wenn sie sagt, daß Kinder dennoch schnell den sozialen Status einordnen können. Zudem bleiben immer noch die "Kleinigkeiten" wie Schuhe, Armbanduhr etc. Aber trotzdem ist die Uniform hilfreich, für Eltern und für die optische Gleichheit der Schüler. Aber mir stellt sich die Frage, warum Erdogan eine so gut eingeführte angenehme Pflicht abschafft. Er wird doch vermutlich den Großteil der Bevölkerung gegen sich aufbringen.

    Ausnahmsweise stimme ich mit ihm überein, was die Art der privaten Kleidung anlangt. Wir haben lange Zeit in der Nähe einer Schule gewohnt. Was man dort oftmals zu sehen bekam, ließ mich fragen, ob die jungen "Damen" zur Schule gingen oder von ihren nächtlichen Aktivitäten heimwärts strebten. Aber da werden sich die Eltern wohl schon den Mund fusselig geredet haben.

    Du erwähntest die Wahlgeschenke in Gold, Geld oder Kohle. Hast Du dazu nähere Informationen?

    LG
    Filinchen

    LG

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    1. Zu Deiner Frage Filinchen:
      Das ist ein offenes Geheimnis dort. Vor den Wahlen spricht es sich herum, dass Erdogans Wahlhelfer von Tür zu Tür gehen (natürlich bei den, die in den Randgebieten wohnen, die in schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen leben...und davon gibt es leider zuviele) und ihnen Lebensmittel, Kohle u.ä. verteilen. Auch kleine Goldgeschenke waren im Angebot. Natürlich als Gegenleistung ihre Stimmen bei der Wahl verlangen. Und der "arme (und ungebildete) Schlucker" denkt sich: "Hey, von denen kriege ich wenigstens etwas, warum soll der nicht meine Stimme bekommen?"

      Gruselig, aber wahr....
      Ich sag da nur: "Mein Land, meine Leute, meine Güte!..."

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  10. Oje! Das ist ja wirklich heftig, andererseits haben hier Wahlgeschenke auch Tradition nur mit dem Unterschied, daß alle bzw. einzelne Gruppen davon profitieren.

    LG
    Filinchen

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  11. Geht mir auch so, die Argumente sind wirklich überzeugend, aber so lange auf andere Weise kein Gemeinschaftsgefühl geschaffen wird, halte ich die Uniform doch für das Mittel der Wahl. Das Selbstbewußtsein der Kinder stärken - schön und gut, aber wenn es schon Erwachsene überwiegend nicht schaffen sich dem Gruppendruck zu entziehen, wie sollen es dann die Kinder bewerkstelligen.

    Filinchen

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  12. Ich bin auch ein Befürworter der Schuluniform.
    Mein Großer hat während seines Schottlandaufenthaltes Uniform tragen müssen.
    Zunächst fand er die Vorstellung jeden Tag das Gleiche anziehen zu müssen fürchterlich.
    Aber schon nach wenigen Tagen war er froh, dass er eine halbe Stunde länger schlafen konnte, weil er sich nicht erst stylen musste (*kicher*).
    An den Wochenenden war es für seine Mitschüler sehr wichtig sich herauszuputzen, Schmuck zu tragen u.s.w.
    Den Zusammenhalt hat das auf jeden Fall geprägt und Schmuck, der den sozialen Status hätte anzeigen können, war auch verboten. MakeUp nur dezent.
    Im Nachhinein ist auch er ein Befürworter der Schuluniform.
    Lieben Gruß, vany

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    1. Genau. Derartiger Schmuck, make-up etc. ist in der Türkei nämlich auch verboten. Macht auch Sinn.

      Ein schönes Beispiel Vany, danke.

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  13. Ich bin auch für Schuluniformen.

    Hört sich gar nicht gut an, was du über den Erdogan schreibst.

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  14. Achja ... Erdogan ... wir sehen ja zur Zeit, was auf den Straßen in der Türkei lost ist :-(

    Für Schuluniformen generell würde ich mich aber aussprechen :-)

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