Dienstag, 13. November 2012

Das Schlüsselerlebnis




Dieser post sollte eigentlich ein Kommentar zu  diesem post werden. Ich fing an, etwas dazu zu schreiben, aber als es ziemlich lang wurde, dachte ich, ich mache lieber ein post daraus.

Das was die liebe Juliane da geschrieben hat ,  bestätigt mal wieder meinen Entschluss, nie wieder zu einer türkischen Werkstatt zu gehen.

Also, ich hab ja nix gegen Türken, ne?  *g* Aber die bringen mich mit ihrer Arbeitsmoral noch zum Wahnsinn! Nach etlichen, ärgerlichen Erlebnissen -die ich hier jetzt nicht alle aufzählen möchte- hat mir der letzte Werkstattbesuch den Rest gegeben.
Da hab ich meinen Wagen abgegeben und sollte ihn am nächsten Tag abholen. Er sollte mir nur den Fehler sagen, und wieviel es kosten wird,  ich würde mir es noch überlegen mit der Reperatur, falls es nichts dringendes ist (Die Motorlampe leuchtete seit kurzem durchgehend.)  Am nächsten Tag dort angekommen, suchte man zunächst nach meinem Autoschlüssel.


-Wieso finden sie den denn jetzt meinen Schlüssel nicht?

-Äh..tut uns Leid. Der Meister hat ihn wohl versehentlich  in seine Hosentasche gesteckt. Er ist grad nicht da... aber er ist unterwegs, müsste gleich hier sein.

-Rufen sie ihn bitte an. Ich muss gleich los, habe keine Zeit.

Meister wird angerufen. Er lässt ausrichten, dass er in 10 Minuten da ist.
Nach 20 Minuten ist er endlich da und kommt auf mich zu.

-Tut mir Leid, aber ich hab ihren Autoschlüssel wohl gestern versehentlich mitgenommen, nach Hause. Meine Frau ist gerade nicht zuhause, ich kann nicht rein (häh? hab ich auch nicht so ganz verstanden, aber egal. Der türkische Mann von heute, besitzt wohl keinen Haustürschlüssel)
Wenn sie später nochmal wiederkommen könnten...

-Ok...dann geh ich jetzt noch in die Stadt, habe was zu erledigen und komme dann später wieder und hole dann mein Auto ab.

Nach 2 Stunden komme ich wieder:

-Und? Haben sie jetzt endlich meinen Schlüssel?

-Äh. tut mir sehr Leid, aber ihr Schlüssel muss wohl in irgendeinen von unseren Leihwagen sein.Muss wohl aus meiner Hosentasche gefallen sein.  Die sind jetzt aber alle unterwegs...leider..

-Moment mal...moment... Sie erzählen mir jetzt, dass sie meinen Autoschlüssel immer noch nicht finden und dass er in irgendeinen ihrer Leihwagen gelandet ist? Was ist denn das für eine Schlamperei??
Dann rufen sie doch die Personen jetzt bitte  an und fragen nach!

-Ich hab die Nummern nicht, von denen.

-BITTE??  Wie können sie die Telefonnummern nicht haben von den Leuten, denen sie ihre Autos verleihen? Wollen sie mich verarschen?

- Das sind alles Leute, die wir kennen..aber ich habe die Telefonnummern nicht..(blablup)

-Ich werde jetzt nicht nach Hause gehen, ohne mein Auto. Entweder bringen sie mir jetzt meinen Schlüssel oder ich bekomme einen Wagen von ihnen, bis morgen!

-Wir haben leider kein Auto mehr zu Verfügung. Aber ich kann sie jetzt nach Hause fahren und wir können gemeinsam ihren Ersatzschlüssel holen. Mehr kann ich ihnen nicht entgegenkommen.

-Den Ersatzschlüssel hat mein Lebensgefährte und der ist an seinem Arbeitsplatz, der widerum 80 km von hier entfernt ist!

-Tut mir Leid.. morgen bestelle ich einen Ersatzschlüssel für sie, bei VW. Dauert nur ein Tag.

-Ich bitte d'rum!

(Ersatzschlüssel? Er hat also Zweifel, den Schlüssel überhaupt wiederzufinden)

Am nächsten Tag war Feiertag. Übernächsten Tag rief ich an, aber keiner wusste natürlich Bescheid. Der Meister war mal wieder nicht da. Er nahm sich frei, die Tochter hatte Geburtstag (Nee, iss klar.)

Noch am gleichen Abend, als Mista E. wieder Zuhause war von seiner Arbeit, holten wir meinen Wagen in einer Nacht-und Nebelaktion, mit dem Ersatzschlüssel, ab.
Am nächsten Tag machte ich mich auf den Weg dorthin. Unterwegs rief ich an und sagte, dass ich gleich kommen und  meinen Schlüssel holen würde. Ich wollte gerade damit drohen, rechtliche Schritte einzugehen, falls heute mein Schlüssel immer noch nicht da wäre, als man mir beteuerte, dass sie ihn da hätten.
Ich fuhr hin, nahm meinen Autoschlüssel (den sie übrigens wohl wiedergefunden hatten), ohne irgendetwas zu sagen und fuhr schnell wieder weg. Auf Nimmerwiedersehen!

Ey, ich hab manchmal SO ein Hals auf meine Landsleute ... da fällt es für mich manchmal echt schwer mit dem "serin kalmak" (cool bleiben)...DAS wäre mir bei einer deutschen Werkstatt nicht passiert, garantiert nicht!

Gut, dass ich ihn dort nicht hab reparieren lassen. Sonst wäre wohl auch noch mein Auto weg.


Kommentare:

  1. Ui, Schlüssel verloren - da hätte auch ich nicht drüber lachen können.
    An Deiner Stelle wäre ich nach der Nacht-/Nebelaktion hin und hätte gefragt, wo das Auto ist.
    Dann wär's doch wohl noch lustig geworden...

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    1. Das hätte ich echt machen sollen, aber mir war wirklich nicht nach Späßchen zumute...

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  2. Ich hab' eh grad gedacht, ob wohl der Schlüssel vielleicht _mit_ Deinem Auto unauffindbar unterwegs war, *ggg*...

    Mir ist eine unsägliche Schlüsselschlamperei mal mit Österreichern passiert -- also erstens Österreicher und zweitens meinten die dann noch, _mein_ Verhalten sei aber in Österreich nicht üblich... (Ich bin nämlich Ausländerin, und das ging ja mal gar nicht, dass ich mich aufgeregt habe, wog aus der Sicht des Schlampers deutlich schwerer, als dass er Schindluder mit meinem Schlüssel getrieben hatte...).

    War zwar nicht in einer Werkstatt und in völlig anderem Zusammenhang, aber dennoch soviel dazu, dass Dir das in einer deutschen Werkstatt nicht passiert wäre...

    So long,
    Corinna

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    1. Der Meister konnte es auch nicht so ganz verstehen glaube ich. Er sagte nämlich am Anfang ständig :"Ist nun mal passiert, was soll ich denn machen?" Als wenn er sagen wollte: "Sowas kann passieren, normal"
      Erst als ich mich empört dazu äußerte, hörte er damit auf und zeigte mehr Reue. Wirklich unglaublich...

      Ich frag mich grad, was denn in Österreich sonst üblich wäre? Das man sich für sowas noch bedankt, oder was? Tsss...

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  3. Ich glaube, ich wäre Amok gelaufen...;-). Das ist ja noch besser als die Leute beim letzten Service meines Autos, die - als ich nach Anruf mein Wagen sei fertig, bereits in der Werkstatt stand - anfingen, einen Ölwechsel zu machen. Auf meine Nachfrage, warum das noch nicht gemacht sei, man hätte mich doch angerufen und gesagt, der Wagen sei fertig, kam die Antwort: Wir haben die Autos verwechslt, die sehen alle so gleich aus....;-)

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    1. Tsss...ich sag's ja immer, die Dubaianer könnten auch Türken sein:)

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  4. Ihr erlebt Sachen... wow.. Aber wenigstens habt ihr danach was zu erzählen ;-)

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  5. Den hätte ich rund gemacht, aber richtig. Alter Schwede... oO

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    1. Nayn, nix Schiwede.. Türke, Türke!:)

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  6. Also, solche Sachen fänd ich auch extrem unlustig. So kurz vor *ichzerlegdenLadenjetztmalhier* und so.

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    1. Also, ich war glaube ich auch sehr nah d'ran... zumindest regte es meine Phantasie arg an.

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  7. Mein ehemaliger griechischer Mechaniker hatte, nachdem er sich wieder einmal fürchterlich über die deutschen Betrüger aufgeregt hatte, die meinen deutschen Wagen vermurkst haben, diesen zum türkischen TÜV-Mann gefahren und hat dort das von ihm völlig vermurkste Auto mit einem italienischen Euro-Hunderter mit Plakette wieder abgeholt. Trotz defektem Auspuff, verstellter Spur, einseitig abgefahrenen Reifen, ausgeschlagenen Spurstangen und vielem mehr.

    Und da sage mir niemand mehr etwas über Kreativität und türkisch-griechische Feindschaft. Dass die "20 Minuten" die ich warten sollte, am Ende vier Stunden dauerten, ich meinem Auto hinterher telefonieren musste, der Tank leer war und 250 km mehr auf dem Kilometerzähler standen und im Kofferraum hinterher ein Kindersitz, eine Werkzeugkiste und Autoersatzteile für einen Mazda lagen, fällt dann nicht mehr auf.

    Man braucht schon etwas Schmerzfreiheit und viel Geduld für solche Leute. Aber den TÜV-Mann habe ich mir gemerkt.

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    1. Super Geschichte....und so typisch. Ich weiß manchmal nicht, ob ich lachen oder weinen soll.
      Nee, auch was das 'türken' angeht, ähneln wir uns sehr mit den Griechen. Unsere Gemeinsamkeit besteht nicht nur aus Baklava, Zatziki, Dolmadaki etc.

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    2. Italienischer Euro-Hunderter? Wie ist das zu verstehen?

      Filinchen

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    3. Ich hätte jetzt auch noch etwas vom polnischen Schrauberkumpel des griechischen Mechanikers erzählen können, der mir Ersatzteile mit Citroen-Zeichen in meinen Golf einbauen wollte. Aber das wäre der Internationalität zu viel des Guten geworden. Darum nur der italienische Hunderter.

      Ich muss dazu erwähnen, ich lebe in Nordrhein-Westfalen, dem Multikultibundesland. Da lebt man einfach mit Kopftüchern und türkischen Hochzeiten in der Nachbarschaft. Mehr oder minder gut.

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