Sonntag, 15. Juli 2012

Mary und Max



Ich hätte nie gedacht, dass mich mal ein Animationsfilm so bewegen und wohl deshalb auch so begeistern würde. Ich kann euch diesen Film nur wärmstens empfehlen. Wer den nicht gesehen hat, hat m.E. was verpasst. Ich könnte jetzt seitenlang darüber schreiben, aber eine Kritik, die ich auf der Seite von imdb.de gelesen habe, trifft es so auf den Punkt und schreibt mir aus der Seele, dass ich es hier  einfach nur übernehmen möchte. Wenn euch mal langweilig ist und ihr einen schönen Film sucht, schaut ihn euch an. Ihr werdet es nicht bereuen.

Und jetzt zur Filmkritik:


Es gibt Filme, die sieht man sich an und denkt sich hinterher: ja, war nett. Und man schaut sie nie mehr. Dann gibt es Filme, die schaut man und denkt sich hinterher: was ein Mist. Und man schaut sie nie mehr. Es gibt auch Filme, bei denen man sogar vorzeitig aus dem Kino geht oder den Film zuhause vorzeitig abschaltet, weil man es einfach nicht mehr aushält. Es gibt auch Filme, die finden große Zustimmung und man denkt sich anschließend: den muß ich mir kaufen. Oder: den muß ich mir noch einmal ansehen. Oder: was für ein Meisterwerk! Warum habe ich davon noch nie etwas gehört?!

Mary & Max gehört definitiv in die letzte Kategorie.

Das Cover des Films wirbt vielsagend mit "Wallace & Gromit", wobei man hier aber nichts verwechseln darf! Weder ist dieser Film von den Machern von Wallace & Gromit, noch handelt es sich um dessen typisch komödiantische Erzählweise. Vergleichbar ist der Stil auch nicht notwendigerweise, nur weil es sich gleichsam um einen Trickfilm handelt, der sich derselben Knet-Technik bedient.

Vielmehr handelt sich um einen Film für Erwachsene. Eine rührende Geschichte, über eine Brieffreundschaft, die über viele Jahre andauert und den einzigen Lebenssinn der beiden Protagonisten darstellt. Mary ist zu Beginn des Films ein kleines Mädchen, das darunter leidet, keine Freunde zu haben, daß ihre Stirn ein Muttermal prägt und daß sich ihre Eltern nicht wirklich für sie interessieren, respektive die Mutter sich lieber den ganzen Tag betrinkt und der Vater lieber tote Tiere ausstopft. Max hingegen fristet ein Junggesellendasein, leidet gleichsam darunter, keine Freunde zu haben und ist mit sich und der Welt ganz allgemein im Unreinen und kommt aufgrund einer psychischen Störung schlicht nicht mit ihr zurecht. Mary lebt in Australien; Max lebt in New York. Und so verschieden die Welten des Kindes und des Mannes sind, so ähnlich sind sich die beiden dennoch.

Die Geschichte, die hier erzählt wird, ist so rührend, so herzzerreißend, so erquickend und freudebringend, daß es einem schier die Fassung raubt; beständig wird man durch die Hochs und Tiefs der Charaktere gejagt, fühlt mit und wünscht sich immerzu, daß es ihnen doch alsbald gelänge, sich zu sehen, sich zu helfen, ihre Probleme in den Griff zu bekommen usw. Adam Elliot zeichnet wundervolle Bilder, die den Zuschauer in eine liebevoll gestaltete Welt eintauchen lassen, die man in dieser Art lange nicht mehr bewundern durfte.

Bewußt verzichte ich hier auf entsprechende Beispiele der Erzählkunst des Autors, denn jedes Wort zuviel ist hier wirklich eine grausame Vorwegnahme. Schon der Titel des Films gibt einen hübschen Ausblick in die skurrile Welt, die einen erwartet.

Der Film ist eine klassische Tragikomödie, die ohne jeden Firlefanz und ohne jede Effekthascherei zu begeistern weiß. Schwarzer Humor, feiner Witz, grausame Schicksale und herzliches Drama wechseln sich in hohem Tempo ab, sodaß man ununterbrochen im Sog der kauzigen Geschichte eintaucht und in ihr aufgeht.

An diesem Film kommt niemand mit einem gewissen Qualitätsanspruch vorbei!


1 Kommentar:

  1. Ich habe gerade den Trailer angeschaut und merke mir den Film vor :-)

    AntwortenLöschen